"Anatomie" war ein durchaus beachtenswerter deutscher Beitrag zum ausgetretenen Slashergenre. Allein der Schauplatz Heidelberg machte den Streifen sehenswert. Stefan Ruzowitzkys höchstpersöhnliche Fortsetzung des Erfolgsfilms kann jedoch (erwartungsgemäß") nicht überzeugen.
Zwar geht es wieder um elitäre Ärztegeheimbünde, doch ist die Story um künstliche Muskelimplantate und Selbstversuche einfach nur mißraten und schwankt zwischen Spannungslosigkeit und Lächerlichkeit hin und her.
In technischer Hinsicht geht "Anatomie 2" in Ordnung, vermag aber auch hier keine Aktzente zu setzen. Durchschnitt wohin man nur blickt! Blass und harmlos bleiben leider ebenso die wenigen Mordszenen, die zudem wenig spannend inszeniert sind. Wäre die fehlende Spannung nicht schon genug des Guten, so verpassen diverse peinliche Einfälle wie die voll op-taugliche Vietnamesenhorde und unnötige Nebenfiguren dem Film quasi den wertungsseitigen Exitus. Was Kinofilm sein wollte, ist leider unterm Strich nicht mehr als eine höchst durchschnittliche TV-Produktion. Als solche sicherlich einmal ansehbar aber aufgrund des Anspruchs auf Höheres eine deftige Enttäuschung.
Immerhin kann man sich nicht auch noch groß über die Darsteller beklagen, wenn gleich Hauptdarsteller Barnaby Metschurat in der Rolle des engagierten Nachwuchsarztes mich immer wieder an Comedian Ben Stiller erinnert. Insbesondere Metschurats ständige Brüllattacken wirken vor diesem Hintergrund umso komischer. Als Hingucker hat man noch flink Heike Makatsch in den Cast gepackt, das wars dann neben August Diehl ("23") auch.
Fazit: Wenn nichts anderes im TV kommt, ist "Anatomie 2" gerade noch so ok. Ganz knappe 4 Punkte!