Review

Gestern im Kino gewesen: Anatomie 2. Ein deutscher Horrorfilm (Hahaha!).

Nach Teil 1 und einigen Trailern für Teil 2 durfte man sich ja ruhig mit einigen Erwartungen in die Kinosessel setzen. Wer aber auch nur einen ähnlich spannenden Film wie Teil 1 erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Story wirkte dann halt doch ein bißchen zu hölzern, einfallslos und vorhersehbar, zu vieles um die Antihypokraten kannte man schon aus dem ersten Teil. Realistisch wirkte sie nie (ist ja auch nicht nötig, ich will da mal nicht zu pingelig sein. Welcher Horrorfilm ist schon realistisch).

Wer ähnlich gute FX erwatet hatte, war noch enttäuschter: diesmal gabs keine plastinierten Originalleichen sondern höchstens furchtbar unecht wirkende Latex-Beine, an denen eher blutlos rumgeschnippelt wurde, Junkie-Arme die kameragerecht von sterilen Kanülen penetriert wurden und ein paar unbedeutende OP's ala Schwarzwaldklinik.

Dramaturgisch war der Höhepunkt der Horrorkurve dann auch schon gleich in den ersten fünf Minuten erreicht, als sich ein Mann vor versammelter Mannschaft mittels Skalpell den Bauch aufschlitzt. (Nicht wirklich tief. Eigentlich wäre 'aufgeritzt' das passendere Wort. Sorry, leider keine Gedärme, aber immerhin hat man die 'Wunden' leicht rot angemalt, von Kunstbluteinsatz kann man hier nicht wirklich reden.) Was hab ich gelacht. Ach ja, das wars dann auch schon mit dem Horror.

Immerhin plätscherte der Rest der Geschichte ganz munter dahin, die Zeit ging dank des einen oder anderen Gags recht schnell vorüber.

Die größte Schwachstelle des Films ist allerdings Heike Makatsch. Die ist ja ohnehin nicht gerade mit Schönheit gesegnet, aber mit dieser blondgefärbten Fastglatze und diesem Pseudo-Heroin-Look ist sie eine schallende Ohrfeige ins Gesicht eines jeden ästhetisch empfindenden Mannes. Die Cybersex-Szene war ja noch ganz witzig angelegt, eine weiter postkoitale Szene geriet dann aber nur noch zur Farce. ER liegt nackt und erschöpft auf dem Boden, SIE hat noch ihre komplette Unterwäsche an. Wenn Frau Makatsch ihre Titten nicht in die Kamera halten will, schön, super, wer will schon Frau Makatsch sehen. Es findet sich garantiert eine andere Darstellerin, die so eine Szene realistisch und nicht verklemmt spielt. Aber vielleicht war ja genau das mit 'Horror' gemeint.

Aber ich will den Film nicht zu schlecht machen. Wie gesagt, die Geschichte war recht flott erzählt, einige Gags - eben ein durchschnittlich guter Unterhaltungsfilm. Aber halt beim besten Willen kein Horrorfilm.

Wegen Heike Makatsch nur 5 von 10 Punkten (sonst 7/10).

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