ANATOMIE 1:
Für die ehrgeizige Medizinstudentin Paula geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird zu einem Elitekurs in Anatomie bei dem berühmten Heidelberger Professor Grombek zugelassen. Doch die Freude wandelt sich schnell in jähes Entsetzen, als vor Paula auf dem Seziertisch ein junger Mann liegt, der tags zuvor noch quicklebendig war. Allen Warnungen zum Trotz stellt Paula Nachforschungen an und stößt schon bald auf einen mysteriösen Geheimbund, der in den Gemäuern des ehrwürdigen Instituts sein Unwesen treiben soll.
ANATOMIE 2:
Voller Ehrgeiz beginnt der junge Arzt Jo sein Praktikum an einem Berliner Krankenhaus. Der zielstrebige Praktikant ist fest entschlossen, Mitglied im Team des renommierten Professors Müller-LaRousse zu werden, der dort ein spektakuläres, aber geheimes Forschungsprojekt leitet. So könnte Jo seinem jüngeren Bruder helfen, der an den Rollstuhl gefesselt ist und bislang nur vergebens auf ärztliche Hilfe hoffen konnte. Schon bald befindet sich Jo im engen Mitarbeiter-Kreis des Professors und erkennt zu spät die Gefahr der nicht genehmigten Selbstversuche.
Soweit die beiden Geschichten zu diesen Filmen, die jetzt in einem wunderschönen Mediabook bei justbridge erschienen sind.
Interessanterweise sehe ich die Filme genau anders herum als die meisten, denn die präferieren eindeutig den ersten Teil, während mir die Fortsetzung deutlich mehr zusagt, was ich auch gerne begründen werde:
Teil 1 war damals eine Sensation. Da man aus Deutschland einen Slasher nicht gewohnt war. Die deutsche Filmlandschaft bestand damals wirklich zu 80 % aus dümmlichen und infantilen Komödien und das sich ein Regisseur an einen Horrorfilm traute, war wirklich außergewöhnlich.
Ich persönlich finde den ersten Teil grundsolide, aber die Story ist irgendwie recht eindimensional und deshalb kann man den Streifen als reinen Unterhaltungsfilm gut schauen – das wars dann aber auch.
Teil 2 nimmt einen wirklich interessanten Aspekt auf, der auch heute noch im Mittelpunkt medizinischer Studien steht – wie kann man Menschen helfen, deren Gelenke ruiniert sind, sei es jetzt durch Verschleiß oder durch eine Krankheit? Diesen Ansatz finde ich deutlich interessanter.
Natürlich ist das mit der geheimen Loge ziemlicher Unfug (in beiden Teilen), aber der Rest der Geschichte ist deutlich innovativer als die des Vorgängers. Natürlich gibt es auch hier einige Ungereimtheiten, die sich aber bei einem Thriller (Teil 2 ist definitiv kein Horrorfilm)selten vermeiden lassen. Manchen Typen sind ein wenig klischeehaft - da würde ich zustimmen. Trotzdem finde ich einfach die Story innovativer. Franka Potente, die im ersten Teil die Hauptrolle spielte, ist hier in einem kleinen Cameo zu sehen.
Kurz zum Mediabook. Das ist wunderschön aufgemacht und beinhaltet ein Booklet mit allen relevanten Informationen zu den beiden Filmen. Das Bild ist bei beiden Teilen grundsolide, wenn auch nicht im ganz hohem Segment angesiedelt. Der Ton ist insbesondere bei Teil 2 sehr gut.
Fazit: Wer auf die beiden Filme gewartet hat, wird nicht enttäuscht. Das Mediabook ist ein echter Hingucker und macht sich gut in jeder Filmsammlung. Da ich weiß, dass außer mir noch viele auf die beiden Teile gewartet haben, ist dies um so erfreulicher.