Animes sind nun wirklich nicht mein Lieblingsgenre und doch können mich Ausnahmeerscheinungen wie Hellsing oder Studio Ghibli Filme wie Spirited Away ohne Einschränkung begeistern. Perfect Blue gehört leider nicht dazu. Die Animationen wissen zwar nicht zu begeistern, gehen aber in Ordnung.
Der eigentliche Schwachpunkt von Perfect Blue liegt dafür in der Geschichte. Was wie ein gelungener Psycho-Thriller beginnt, vollführt nach etwa der Hälfte eine Verwandlung, nach der der Film den Zuschauer nicht mehr ernst nimmt. Dem Gezeigten kann man nicht mehr glauben. Die Geschichte verläuft sich in einen plumpen Albtraum aus mehr oder weniger albernen Szenen für die es später in der nüchternen Auflösung keine Erklärung zu geben scheint.
Vieles was wir im letzten Drittel zu Gesicht bekommen, funktioniert eben nur, weil es gezeichnet ist. In meinen Augen allerdings ein Widerspruch, da dieser Film sich über weite Teile doch sehr um Realismus bemüht. Vergleiche mit de Palma oder Lynch halte ich aus diesem Grund auch für völlig unangebracht, weil diese zwar auch mit dem Zuschauer spielen, ihn aber nicht für dumm verkaufen (neuere de Pama Filme mal ausgenommen).
Mein Fazit: Wäre Perfect Blue kein Anime, er würde in der B-Movie Ecke versauern und niemand würde Notiz von ihm nehmen.