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Nachdem „Annabelle“ als Spin-off von „The Conjuring“ ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhielt und eine unerwartete Fortsetzung von Chuckys blutigem Treiben erschien, markiert Mandy eine weitere Killerpuppe. Die agiert jedoch so leblos wie ihre Pendant Robert, - nämlich gar nicht.

Amber wurde gerade aus der Haft entlassen, schon lässt sie sich von ihrer Schwester Carly und dessen Freund Neil dazu breitschlagen, bei einem Raub mitzuwirken. Dafür schlüpft sie in die Rolle einer Babysitterin und wird bei Dorothy vorstellig. Doch bevor Carly und Neil sich Zutritt verschaffen, entdeckt Amber, was es mit dem Kind Mandy auf sich hat…

Nach wenigen Einstellungen könnte man die Sichtung bereits stoppen, denn die amateurhaft anmutende Inszenierung bereitet nicht gerade Lust auf mehr: Billiger Look, schwache Mimen, lieblose Ausstattung und eine Rückblende dermaßen mit Weichfilter überstrapaziert, dass fast keine Gesichtszüge erkennbar sind. Die Figurenzeichnungen tendieren gegen Null, lediglich die alte Geheimniskrämerin Dorothy, die Amber zunächst mit einigen Regeln konfrontiert, erscheint einigermaßen interessant. Allerdings verschwindet diese bis zum Showdown, während sich die drei übrigen in einem sehr durchschnittlichen Haus mit nur wenigen Räumen bewegen.

Stichwort: Bewegung. Mandy entpuppt sich als hässliche Puppe mit einigen Rissen im Porzellan, die nur in Ansätzen per Hand bewegt wird. Keine beweglichen Gesichtszüge, keine sichtbaren Handlungen und doch sterben nach einer Weile einige Figuren, was jedoch grundlegend im Off geschieht, da man ja irgendwie unglaubwürdige Bewegungsabläufe umgehen wollte. Folgerichtig macht die Puppe gar nichts, außer in regelmäßigen Abständen mit Kinderstimme zu flüstern.

Neben den ausbleibenden Tricks gibt es fast kein Blutvergießen, auch das Finale fällt eher harmlos aus und bietet lediglich ein Loch in einer Wange infolge eines Hammerschlags. Wobei das Hantieren mit dem Werkzeug nichts mit einer Choreographie zu tun hat und sichtlich ins Trashige abdriftet. Nach dem eigentlichen Showdown folgt noch ein Anhängsel, welches mit zwei neuen Figuren einhergeht. Es ergeben sich weitere unnötige Szenen, die wahrscheinlich zugefügt wurden, um irgendwie auf 68 Minuten Laufzeit zu kommen.

Es geht also noch dilettantischer als Robert. Eine starre Puppe, beinahe ebenso starre Mimen und eine recht lieblos dahin gerotzte Inszenierung haben nichts mit Horror oder Spannung gemein und obgleich der Score sich um einige hübsch arrangierte Themen bemüht, kommt hier einfach keine Stimmung auf. Da ist jedes Kasperltheater interessanter.
2,5 von 10

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