"Glaubst du an Geister?" "Oder weist du, dass sie immer und überall um uns herum sind?" Diese Sätze sind der Beginn des Trailers zu "Bangkok Haunted" und lässt den Zuschauer sofort wissen, wofür hier Werbung gemacht wird. Für den ultimativen Geisterfilm der Asia-Mystery-Welle, mit einem Beitrag aus Thailand. Gruselig ist der Film wirklich, doch so ultimativ (und vor allem durchgängig) fesseln kann das Ganze leider trotzdem nicht.
"Bangkok Haunted" ist die Zusammenstellung dreier unterschiedlicher Geister- bzw. Grusel-Geschichten die mit einer Haupthandlung leicht verknüpft werden.
Als erstes geht es um das Mädchen Jieb, die eines Tages eine mysteriöse Antiquität erhält. Eine 75 Jahre alte Trommel. Doch plötzlich wird sie von Alpträumen geplagt und sie geht der Entstehungsgeschichte der Trommel auf den Grund. Dabei entdeckt etwas gar Fürchterliches.
Diese Geschichte ist definitiv gleich die Schwächste. Vor allem in den Rückblenden, in der die Entstehung der Trommel erzählt wird, zieht sich der Film leider viel zu sehr in die Länge. Die Entstehungsgeschichte ist nicht wirklich reizend und verlangt den Zuschauer viel Konzentration ab. Die Geistereffekte sind dafür recht gut gemacht und zum Ende hin gibt es dann doch eine gute Atmosphäre und einige heftige Momente zu beobachten, aber bis dahin vergeht leider viel zu viel unnütze Zeit. Zudem werden einige Fragen zuviel aufgebracht, so das der Zuschauer etwas zu verwirrt aus der Geschichte entlassen wird.
Die zweite Geschichte ist da schon besser. Es geht um eine mysteriöse Liebesflüssigkeit, die all diejenigen, die mit ihr in Berührung kommen zu Liebessklaven desjenigen macht, der die Mixtur verbreitet hat. Doch leider besitzt der Zauber eine schlimmen Nebeneffekt!
Von Anfang an ist hier eine wirklich knisternde Atmosphäre zu beobachten, die sich nahezu durchgängig auf seinem guten Niveau halten kann. Versetzt mit schicken Make Up-Effekten und einigen unerklärbaren Phänomenen ist das ganze größtenteils wirklich gut zu gebrauchen um sich heftig zu gruseln. Schade nur das es auch hier einige derbe Längen gibt, vor allem im mittleren Teil. Etwas mehr Tempo wäre auch hier wünschenswert gewesen.
Die beste Geschichte ist allerdings die Letzte. Ein Polizist der einen angeblichen Selbstmord untersucht, gerät bei seinen Nachforschungen auf immer mehr Merkwürdigkeiten und Lücken in der Selbstmord-Sache und gerät dabei selbst in größte Gefahr.
Hier kann vor allem die Story von Anfang bis Ende fesseln. Alles ist clever durchdacht und ohne größere Längen oder Logiklöcher inszeniert worden. Es ist eine packende Atmosphäre auszumachen und einige großartige Spannungsmomente sind auch zu verzeichnen. Zudem gibt es am Ende einige Wendungen der Qualität "Das hätte ich jetzt nicht gedacht" zu verzeichnen. Und ein recht heftiger Gore-Effekt ist auch mit von der Partie. Alles in allem hätte man sich so auch die anderen Beiden Geschichten gewünscht!
Die Grundstory die drum herum gesponnen wurde ist dabei allerdings wieder nicht mehr als ein Aufhänger der drei Geschichten. Dennoch hat selbst sie einen schicken Aha-Effekt zu verzeichnen!
Die Darsteller machen ihre Sache allesamt recht zufriedenstellend, auch wenn sie nicht unbedingt zu Asiens Schauspielerelite gehören. Und der Score kann gut gefallen, wobei er ruhig noch etwas öfter hätte eingesetzt werden dürfen!
Fazit: Durchwachsener Episodenfilm, der sich nach einem eher schwachen Start langsam aber sicher zu einem recht spannenden und atmosphärischen Vertreter des Genres mausert. Während die erste Story außer einigen Längen nicht viel zu bieten hat, kann die letzte Geschichte wirklich gut gefallen und einem mächtige Schauer über den Rücken treiben.
Nicht unbedingt ein "Muss" für Gruselfans aber immerhin ein "Kann"!
Wertung: 6,5/10