Der arbeitslose Schriftsteller Joey hängt mit seinem Freund Carl in einer Pariser Wohnung rum. Ohne Geld und etwas zu essen vertreiben sie sich die Zeit mit Sex mit diversen weiblichen Bekanntschaften...
Basierend auf dem gleichnamigen Schundroman von Henry Miller, ist „Quiet Days in Clichy“ ein Film ohne Anfang und ohne Ende. Zu sehen sind Joey und Carl beim faulenzen und Sex mit Frauen von der Straße, Prostituierten oder anderen weiblichen Bekanntschaften. Zwischendurch wird noch etwas philosophiert, aber um viel mehr geht es in dem Film nicht, was auch als Großer Vorteil zu sehen ist. Das Lebensgefühl der beiden, immer ohne Geld aber dafür mit Frauen, kommt wirklich sehr gut rüber. Jens Jørgen Thorsen hat es geschafft 90 Minuten lang einen leichten, unbeschwerten und frivolen Film auf die Leinwand zu bannen, der ohne Durchhänger die ganze Laufzeit über unterhält.
Nach dem Release wurde der Film wegen seinen anrüchigen Szenen und sicherlich auch wegen des Bezugs zu Henry Miller, in drei Ländern verboten. Heutzutage nach Intimacy und Baise-Moi dürften die Sexszenen niemand mehr schocken.
Interessant sind auch kleine Spielereien im Bild. Ab und an taucht etwas Text, passend zu der jeweiligen Szene, oder Sprechblasen mit den Gedanken der Darsteller im Bild auf. Eine Art Bindeglied zwischen dem Film und dem Roman. Sicherlich ungewöhnlich für diese Zeit.
Ohne die Musik von Country Joe McDonald, der u.a. den Titelsong schrieb, wäre der Film nur halb so gut. Zu der dahinfliessenden Story und den Sexszenen passt McDonalds Country-Rock wie die Faust aufs Auge.
7/10