Eine weitere Endzeit-Vision bietet How it ends - hier ist es ein unerklärliches Naturphänomen, das von Los Angeles ausgehend in den ganzen Vereinigten Staaten den Strom ausfallen läßt und somit jede Kommunikation unmöglich macht. Im schnell ausbrechenden Chaos müssen sich Vater Tom (Forest Whitaker) und Schwiegersohn-in-spe Will (Theo James) auf den Weg machen, um von New York aus per Auto nach Seattle zu gelangen, da sich die schwangere Tochter Sam (Kat Graham) gerade dort aufhält. Am Weg dorthin erleben sie manch brenzlige Situation...
Nach diversen Endzeit-Dystopien ist der Hintergrund dieses Films mal etwas anderes: Keine Kriege, Bomben, Aliens oder Kometen, sondern ein wetterbedingtes Phänomen läßt sämtliche Kommunikationsmittel im Augenblick zusammenbrechen. Sehr viel Zeit wird darauf verwendet, das Resultat allgemeiner Ratlosigkeit zu zeigen: Wie reagieren Menschen, wenn sie nicht mehr über Distanz miteinander sprechen können, wenn sie nicht wissen, was passiert ist und wenn langsam aber sicher die allgemeine Ordnung zusammenbricht. Zunächst riegelt das Militär alle größeren Highways ab. Kleinganoven versuchen im Chaos ihr Glück, fernab der großen Städte aber lauern vereinzelte Bewaffnete, und Hilfsbereitschaft kann mitunter lebensgefährlich werden. Auf dem Weg nach Nordwesten treffen die beiden immer wieder andere Menschen, aber so unterschiedlich diese auch auftreten, niemand kennt den Grund für den allgemeinen Stromausfall/Handynetzausfall. Das Wichtigste Gut ist - wir kennen es u.a. aus Mad Max II - Benzin bzw. Treibstoff, für den manche zum Töten bereit sind. Verstörende Szenen, die allerdings nie geklärt oder länger beleuchtet werden, gibt es zuhauf: Wer sind die Bewaffneten auf der Brücke? Was hat es mit dem Nachbarn von Sam auf sich, der Verschwörungstheorien über ein absichtliches Militärmanöver ausspricht? Wieso ist der Militär-Güterzug entgleist, wo ist dessen Besatzung hin?
Was die Figurenzeichnung betrifft, so werden der junge Anwalt Will als schnöseliger Bürohengst und Vater Tom als halsstarriger Alter eingeführt, letzterer möchte dem künftigen Schwiegersohn kein Darlehen geben, da er dessen finanzielle Bonität anzweifelt. Durch das Wetterphänomen gezwungen bilden die beiden eine Zweckgemeinschaft, in der zunächst der Vater das Sagen hat. Mit zunehmender Dauer der mehrtägigen Reise jedoch wächst Will an den Gefahren und der Aufgabe, seine Frau zu finden. Schließlich kommen sich die beiden näher, und der verletzte Vater Tom gibt der Verbindung seiner Tochter endgültig seinen Segen - dann ist Will auf sich allein gestellt. Als Nebenfigur wird eine junge Indianer-Mechanikerin (tolle Kombination übrigens) mitgenommen, die Vater Tom als menschliches Bordwerkzeug kurzerhand "einkauft".
Obwohl How it ends einen konstanten Spannungsbogen aufbaut und diesen bis zum Erreichen der menschenleeren und zerstörten Stadt Seattle auch durchhält, wird der interessierte Zuseher in der letzten Viertelstunde des Films dann doch arg enttäuscht: Zum einen wird die bisher spannende Geschichte der Flucht vor dem Natur-Phänomen mit Lagerfeuer-Herumsitzen und Herumschmusen plötzlich langweilig und unglaubwürdig, zum anderen fehlt wie so oft ein wirkliches "Ende" - und das, obwohl der Titel How it ends ja eigentlich genau das Gegenteil verheißt. Stattdessen werden in den letzten Minuten nochmal beeindruckende CGI-Montagen aufgefahren, aber eine Erklärung, was denn nun wirklich passiert ist, gibt es zu keiner Zeit. Ein paar vage Vermutungen, vereinzelt über den gesamten Film verstreut, kombiniert mit ein paar seltsamen Wolkenbildern, irritierten Vogelschwärmen und einem CGI-Ascheregen über Seattle sind alles, was man über die äußeren Umstände erfährt. Und dies ist, vor allem im Hinblick darauf, How it ends irgendwann ein zweites Mal anzuschauen, einfach zu wenig. 5 Punkte.