Review
von Leimbacher-Mario
... nur die Wurst hat zwei
In diesem endzeitlichen Netflix-Vehikel rasen ein verzweifelter Forest Whitaker und sein Schwiegersohn einmal quer durch die gebeutelte USA, um zur Tochter bzw. Verlobten zu gelangen - während wohl ein massiver Anschlag oder eine riesige Katastrophe auf der anderen Seite der Staaten passiert zu sein scheint, der jeglichen Strom oder Technik lahm gelegt hat...
„How It Ends“ ist eine intime Mischung aus Roadtrip und Apokalypse, zwei Männer finden (emotional) zueinander, die Menschheit zeigt sich mal wieder von der egoistischsten und fiesesten Seite, keinem kann man vertrauen, Gewalt und Waffen durchziehen und beherrschen Amerika. Über die Katastrophe bzw. deren Gründe erfährt man nichts, damit kann ich aber leben. Das Ende kann die Mehrheit richtig enttäuschen, kündigt sich vom Understatement-Verlauf allerdings auch schon an. Die Laufzeit ist ambitioniert, gerade wenn man eigentlich recht wenig zu erzählen hat, die Geschehnisse wiederholen sich schnell, der Film sieht hochklassig und fein aus. Theo James bleibt zwar blass, doch der alte Forest holt die Kastanien schon aus dem Feuer. Großartige Untergangseffekte, Staubwolken, Explosionen und zerstörte Großstädte bleiben bis kurz vor Schluss aus. Kann man insgesamt locker weggucken, bleibt aber null hängen. Vielleicht noch die unfassbar attraktive Kat Graham als Grund für den ganzen Trip, aber die kann man unter Beiwerk ablegen, als einen der hübschesten Macguffins aller Zeiten. Zu ziellos, zu fad, zu blass, zu einsilbig das alles. Ein moderner Fernsehfilm. Gute Grundlagen, marode Highlights.
Fazit: extrem hochwertig produziert, Whitaker enttäuscht nie und nicht ohne seine grundsätzlichen Reize - doch im Endeffekt und vor allem im Finnish wird doch deutlich zu wenig abgeliefert. Coitus Interruptus Apocalypsus. Fühlt sich an wie ein unfertiges, umgeschmissenes, konfuses (Cloverfield?-)Projekt?!