Kurzes, aber ziemlich unterhaltsames Frühwerk von Regisseur Walter Hill, nach dem sogar Ende der 90er ein PC Spiel gestaltet wurde.
Er ist der Driver (Ryan O’Neal). Sein Job ist es, als angeheuerter Fluchtwagenfahrer Gangster nach ihren Coups in Sicherheit zu fahren. So auch gleich zu Beginn des Films, als er zwei Casinoräuber nach einer spektakulären Verfolgungsjagd mit der Polizei in Sicherheit bringt, seinen Anteil kassiert und verschwindet. Die ersten 15 Minuten sagt der Driver gar nichts und erledigt seinen Job stillschweigend, aber selbst unter Beschuss noch mit einer Seelenruhe.
Doch der ehrgeizige Cop (Bruce Dern) ist dem Driver dicht auf den Fersen und wandelt sogar an den Grenzen der Legalität, um an den Gauner heranzukommen, welcher der Polizei immer wieder ein Schnippchen schlägt. „Driver“ beschwört mal wieder den Mythos vom ehrbaren Gangster und stellt ihm den fanatischen Bullen gegenüber, aber die Figuren sind zum Glück ziemlich differenziert und keine Klischeetypen.
Der Cop sieht seine Chance gekommen, als er eine Bande von Räubern verhaftet. Er bietet ihnen Straffreiheit, wenn sie für ihn arbeiten. Sie sollen den Driver für einen Banküberfall arrangieren und ihn anschließend in eine vorbereitete Falle locken. Doch der Driver riecht den Braten und lehnt zuerst ab, doch dann packt ihn der Reiz eines Spiels gegen seinen Widersacher...
Walter Hill inszeniert „Driver“ als eine Art Großstadtwestern mit dem Driver als coolem Einzelgänger. Sein Duell zwischen Gauner und Cop fällt auch solide spannend aus, ist aber leider arg kurz. So fallen viele Nebenaspekte unter den Tisch, z.B. ob der Driver eventuell etwas für die hübsche Frau empfindet, die für ihn als Alibi dient und ihm nachher hilft. Auch einige andere Szenen wirken etwas zu schnell abgehakt, z.B. die Szene, in der die Vermittlerin das Versteck nach recht kurzer Bedrohung mit der Waffe verrät.
Doch die Atmosphäre stimmt und gerade dadurch, dass Hill an vielen Stellen auf Dialoge verzichtet und lieber die Bilder sprechen lässt, erhält „Driver“ ein besonderes Flair. Zudem kann die Story ein paar nette Finten und Wendungen bieten, die sich vor allem in der Schlussszene fast überschlagen, die sehr charmant und unerwartet ausfällt.
Besonderes Highlight des Films sind natürlich jene Szenen, in denen die Fahrkünste des Drivers zur Geltung kommen. Diese sind ziemlich spektakulär, wenn man das Alter des Films bedenkt und bieten ein paar gelungene Stunts und Verfolgungsjagden. Auf andere Action verzichtet der Film trotz minimalen Schusswaffengebrauchs, was aber kein Manko ist.
Ryan O’Neal liefert als Hauptdarsteller eine klasse Leistung ab, ebenso wie sein Gegenspieler Bruce Dern. Zwischen den beiden stimmt auch die Chemie, so dass das Duell zwischen den beiden genug Würze hat. Die Nebendarsteller agieren auch alle sehr überzeugend, vor allem Isabelle Adjani als spätere Helferin des Drivers.
„Driver“ ist ein unterhaltsamer Actionkrimi von Walter Hill, auch wenn er etwas kurz ausfällt und die Handlung daher eher simpel bleibt.