Der Job des "Drivers" (Ryan O`Neal) ist genauso ungewöhnlich wie gefährlich: Er lässt sich von Gangstern anheuern, die ein schnelles Fluchtauto benötigen. Sein Ruf ist in der Untergrundszene einer US-Grosstadt legendär - ein ehrgeiziger Detective (Bruce Dern) ist für seine Verhaftung sogar bereit, selbst gegen das Gesetz zu verstossen: Er verspricht drei erfolglosen, aber brutalen Kleingaunern Strafmilderung, wenn sie den Driver anheuern und in die Falle locken. Der riecht den Braten, willigt in das falsche Spiel aber trotzdem ein.
Zwei Männer, die eigentlich Freunde sein könnten, wenn sie nicht auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen würden, liefern sich ein knallhartes Duell ohne Rücksicht auf Verluste. Die weiteren Menschen, die an dieser Konfrontation beteiligt werden, sind nichts anderes als Marionetten, Mittel zum Zweck. Eiskalter Pragmatismus zweier Aussenseiter, der dazu dient, einen Kampf zu gewinnen, bei dem es letzlich nur darum geht, wer "der bessere" ist - der bessere einsame Krieger in der kalten und erbarmungslosen Welt einer Grosstadt. Jeder handelt nur zu seinem eigenen Vorteil, Menschlichkeit ist dabei fehl am Platze, daher sind auch Namen unwichtig - ein Aspekt, den Walter Hill in seinem Werk besonders berücksichtigt hat.
Die bedrückende Atmosphäre ist neben den spektakulär gefilmten Verfolgungsjagden das absolute Highlight des Films, vermitteln einem die unterkühlten Umgangsmethoden der Protagonisten ein rauhes Bild von der Unterwelt, in der moralische Grundsätze der Gesellschaft Makulatur sind und das Recht des Stärkeren gilt. Auch nach Helden sucht man dort vergeblich, ganz zu schweigen von Identifikationsfiguren - zu fremd und unwirklich ist ein solches Umfeld für einen "normalen" Menschen. Und trotzdem strahlt es eine Faszinaton aus, der man sich kaum entziehen kann. Die Story an sich ist dann, wie eingangs beschrieben, eher simpel gehalten, was der erzeugten Spannung aber nicht den geringsten Abbruch tut.
Schauspielerisch bewegt man sich hier auf höchstem Niveau: Ryan O`Neal und Bruce Dern geben als harte Kontrahenten souveräne Vorstellungen ab. Optisch aufgewertet wird die Besetzung durch eine unterkühlt agierende Isabelle Adjani, deren Part sich perfekt in das Geschehen einfügt. Auch die weiteren Nebendarsteller können vollauf überzeugen.
Actionkino der besonderen Art, dass durch seine pessimistische Grundstimmung und halsbrecherische Verfolgungsjagden zu den absoluten Highlights des Genres zählt .
9/10.