Review

Mission Impossible Fallout
Ich persönlich bin kein besonderer Freund der Mission Impossible Reihe. Der erste Teil ist ein gute Agententhriller, der zweite der vielleicht inhaltsleerste Actionoverkill aller Zeiten, in dem die Stilisierung der Stilsierung noch stilisiert wird. Danach versinkt die Reihe mMn in totaler Beliebigkeit. Im Prinzip ist die Reihe wie „Fast and Furious“, nur, dass sie sich unglaublich ernst nimmt. Statt in jedem dritten Satz die „Familie“ zu beschwören wird hier in jeder Szene jemand demaskiert (Scooby Doo…) oder als Doppelagent entlarvt. Zudem steht hier mit Tom Cruise ein Schauspieler im Mittelpunkt, der zwar Riesentalent und –fähigkeiten hat, mir aber kreuzunsympathisch ist.
Diesmal geht es um irgendwelche Querden… äh, Endzeitapokalyptiker, die an Plutonium kommen und damit keine guten Absichten haben. Weil man nicht schon wieder die IMF (Impossible Mission Force. Seriously?) dichtmachen kann, bekommt Ethan Hunt einen Partner von der Konkurrenz an die Seite (Henry Cavill. Mit Schnurrbart. Den er nicht abrasieren durfte, um Nachdrehs für Justice League zu machen, was das Whedon-Debakel nochmal verteuert hat, weil man den Schnorres rausCGIen musste. Und das schlecht.), so dass für voll authentische und dramatische Konflikte gesorgt ist. Immerhin werden die beiden Superagenten von einem random guy in einer Luxustoilette heftigst vermöbelt, was nicht die einzige Szene ist, in der das Ganze in die Parodie abgleitet. Höhepunkt des Absurditätenkabinetts ist, wenn sich nach 90 Minuten praktisch alles vorher Gesehene als Täuschung entpuppt (eigentlich also in bester Kobra-Manier), aber bei der Verhaftung etwas schief geht, so dass das Ganze nochmal eine Stunde dauert. Die Action ist klare Referenz, erschlägt aber dadurch leider die eigentliche Geschichte, die als „kleiner Thriller“ wunderbar in 100 Minuten mit viel Spannung zu erzählen gewesen wäre. Dazu kommt, dass auch dieser Film eher „The Ethan Hunt Show“ ist, er hat nur zwei Partner statt des Teams, mit dem die Serie im Fernsehen angefangen und die Filme ursprünglich auch mal weiter gemacht hatten, und die beide auch nur Stichwortgeber sind. Auch hier hat Fast and Furious die Nase vorn. Vor allem die Frauenfiguren sind hier komplett profillos, dabei hat man gleich zwei Verflossene wieder ausgepackt (und eine Polizistin, die wegen Hunt angeschossen wird, himmelt ihn auch noch an, während er sie im Stich lässt- Cruise hat den Film übrigens coproduziert)., die natürlich kurz kompetent tun dürfen, aber eigentlich nichts beizutragen haben. Das Finale bemüht dann so viele Zufälle, dass man sich in einer Parodie wähnt (der Detonator, der zufällig an der Klippe liegt. Der Haken, der das Gewicht des Helikopters aber nicht das der beiden Kontrahenten aushält), bevor das Ganze nach einem seeeeeeeeehr langen 15 Minuten Countdown endet. Der Film ist hochgradig unterhaltsam, aber auf der Ebene der letzten beiden Brosnanbonds – Krachbummaction um einen hanebüchenen Nichtplot, über den man keine Sekunde nachhdenken darf.

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