Wenn zwar das Erzähltempo stimmt, Optik und Inhalt jedoch nicht viel hermachen, sind „The Asylum“ meist nicht weit. Regisseur Rob Pallatina hat es 2017 schon mal mit dem Mockbuster „Alien Convergence“ versucht, - besser wurde es seither nicht.
Irgendwo in Virginia beobachten die Teenager Luke und Paige ein Aufblitzen am Himmel, welches sich als UFO entpuppt. Kurz darauf wird das Weiße Haus hoch gebombt und der flüchtende Heli mit Präsidenten und Col. Smith abgeschossen. Doch die Besatzung kann sich mit einem ominösen Koffer retten, der die Möglichkeit bietet, mit den Außerirdischen in Kontakt zu treten. Derweil versucht das kleine Kollektiv, die angriffslustigen Aliensoldaten in Schach zu halten…
Pallatina drückt zwar von vornherein auf die Tube, doch er versäumt es, einen Sympathieträger zu etablieren. Frau Colonel ist zu resolut und sprunghaft, Herr Präsident zu sehr auf das Zwischenmenschliche bedacht, während die Teens mit einigen Techniken vertraut sind und in Sachen Kommunikation taugliche Ideen einbringen, doch aufgrund von Naivität und Unwissenheit schaffen sie weitere Probleme. Lukes Eltern spielen am Rande mit, damit etwas mehr Bewegung in die Runde kommt.
Um das Alienmilitär ist es indes schlecht bestellt, denn das offenbart sich als Team von grau gekleideten Uniformsoldaten, denen ein Schweif von CGI-Weichzeichner anhaftet. Kugeln können ihnen lediglich im Halsbereich etwas anhaben, zur Not tut es auch eine Mistgabel, später einige Feuerwerkraketen. Immerhin kann sich das UFO sehen lassen, speziell gegen Ende geht man ein wenig mehr ins Detail und auch ein Luftduell zwischen Heli und Shuttle fällt passabel aus.
Außer ein wenig Geballer kommt nicht viel bei der Sache herum, zumal die wenigen Dialoge in regelmäßigen Abständen untermauern, dass die meisten Zeilen reichlich weltfremd anmuten und der Präsident „Wegen Menschen wie euch bin ich Präsident geworden“ zum patriotischen Gutmenschen mutiert, der sich final sogar für die gute Sache opfern würde.
Zwischenzeitlich wird das Geheimnis des Koffers gelüftet, ein unsichtbarer Countdown wird eingeläutet und dann geht es mit Koffer und einigen zusätzlichen Utensilien zum Ausgangspunkt zurück. Der Showdown wird reichlich unspektakulär abgehandelt, wobei der Präsident natürlich das letzte Wort hat.
Es müssen nicht immer ausgetüftelte Latexmasken zum Einsatz kommen, von denen es hier eine weniger ausgetüftelte gibt. Doch menschliche Soldaten mit CGI anzureichern und sie damit als Außerirdische zu präsentieren, gestaltet sich als unkreativ und wenig wirkungsvoll.
Somit halten sich spannende Konfrontationen in Grenzen, die Schauwerte beschränken sich auf ein paar Explosionen und weil keine Figur etwas hermacht, interessiert es final auch nicht sonderlich, wer die Welt rettet oder vom UFO einkassiert wird.
Ausbleibende Auflockerungen, schwache Mimen und ein latent galoppierender Score ohne Ecken und Kanten geben dem extraterrestrischen Treiben den Rest.
3,5 von 10