Der kulinarische Reigen setzt sich fort und obgleich einem in Sachen Sauerkraut bereits einige flache Gags in den Sinn kommen, werden diese eher im Vorbeigehen abgehakt.
Leider trifft das auch auf einige lieb gewonnene Figuren zu, die im Verlauf deutlich vernachlässigt werden.
Der Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) soll von Niederkaltenkirchen nach München versetzt werden, was dem Dorfpolizisten gar nicht behagt. Als dort der Admiral seines Vaters (Eisi Gulp) gestohlen und kurz darauf eine Leiche im Kofferraum gefunden wird, nimmt Eberhofer sogleich die Ermittlungen auf.
Die Tote war Au-pair-Mädchen beim Oberbürgermeister von Niederkaltenkirchen und so ermittelt der Polizist wieder in seinem alten Heimatort…
Never change a winning team und so ist Regisseur Ed Herzog natürlich erneut am Start und spätestens nach den ersten, mittlerweile recht markanten Kameraeinstellungen fühlt man sich gleich wieder heimisch. Die Geschichte, - wie gewohnt eine Mixtur aus Provinzposse und Mordfall, wird ausgewogen erzählt, wobei die Ermittlungen natürlich unkonventionelle Wege einschlagen, etwa, um unter der Hand an DNA-Proben zu gelangen.
Das Beziehungsgedöns wird immerhin durch einen schmierigen Nebenbuhler (Gedeon Burkhard) angeheizt, nur kommen die gewohnten Nebenfiguren bis auf Simon Schwarz als Rudi ein wenig zu kurz.
Erfuhr man bei den Vorgängern noch einige Hintergründe der Familie Eberhofer, fungieren diese lediglich als Stichwortgeber in gewohntem Terrain: Drogen-Papa darf ein wenig fluchen, Oma kochen und die Kumpels versacken in der Bar oder observieren wahlweise das Love Interest. Umso erfrischender, wenn dieses Gespann versucht, den Maibaum zu fällen oder eine Musikkassette mit der Aufschrift „Schweinkram“ hervorgekramt wird, denn ansonsten entwickeln sich die Figuren hier nicht sonderlich weiter.
So gibt es statt Sauerkraut erstmal Dosenravioli aus dem Wasserbad, der berühmte Verkehrkreisel sorgt für einen skurrilen Autounfall und die Tapete in der WG von Franz und Rudi verdient einen Sonderpreis für die abartigste 70er-Ausstattung.
Immerhin gibt es eine kleine Wendung beim Mordfall und das ewige Hin- und Her zwischen Eberhofer und Susi nimmt endlich ein Ende.
Die Reihe um den Provinzpolizisten glücklicherweise noch nicht, denn obgleich sich nur geringe Ermüdungserscheinungen breit machen, ist zum fünften Mal Kurzweil mit makaberem Humor angesagt. Nicht ganz so auf den Punkt wie die Vorgänger, doch der „Leberkäs-Junkie“ darf gerne kommen.
Knapp
7 von 10