kurz angerissen*
Na siehst, du musst den Eberhofer gar net nach Italien schicken, um ihm einen Kulturschock zu verpassen. Es reicht schon, ihn in in die benachbarte Großstadt München zu versetzen. Unter lauter Hochdeutsch sprechender City-Twens wird der hochgewachsene Dorfpolizist mit dem trüben Blick plötzlich zur obskuren Randerscheinung, die es zu meiden gilt, wenn man seinen guten Ruf bewahren will. Und wenn man Franzl fragt, der sich mit Kumpel Rudi ein Selbstmörderapartment mit Kindertapete zu horrenden Mietpreisen teilen muss, dann beruht das wohl auf Gegenseitigkeit.
So wird „Sauerkrautkoma“ auch zur Heimweh-Ode an den kleinen Flecken Land, aus dem man stammt und in das man normalerweise nie wieder zurückkehrt. Für eine Jubiläums-Dorffeier mit ganz grauenvoller Schlagermusik (der musikalische Tiefpunkt der Reihe, was viel bedeutet) kehrt sogar ein ehemaliger Niederkaltenkirchener (Gedeon Burkhard) zurück, der seinen gehässigen Spitznamen „Fleischi“ hinter sich gelassen hat, um als erfolgreicher Geschäftsmann durch die Welt zu pilgern. Ein Hauch von „Manta Manta“ weht durch die Luft, wenn sich der gelackte Bonze ins Proletariat begibt, um mit seinen Erfolgen zu prahlen und dem Heimatverbundenen sein einziges Spielzeug wegzunehmen. Dass die Susi keine Gelegenheit auslässt, ihrem bayerischen Prinzen zu zeigen, dass ihr globaler Marktwert nach wie vor beachtlich ist, resultiert erneut in einem Hasch-mich-Spiel mit pausenlosem Trotz und eingeschnappter Schnute. Langsam wird’s albern, aber nicht anders kennen wir es von der Liebe...
Derweil schreitet im Hintergrund ein erfreulich nüchtern inszenierter Fall um eine Kofferraumleiche voran, der keine fiesen Villain-Gesichter benötigt, um interessant zu wirken. Es braucht bloß einen zynischen Gerichtsmediziner, einen Haushalt voller Verdächtiger aus der wohlhabenden Gesellschaftsschicht und ein paar unglückliche Verbindungen zur Eberhofer-Familie, die übrigens endlich zum Kern bayerischer Kochkunst vorgestoßen ist, dem international berüchtigten Sauerkraut, das für so manche Magenverstimmung sorgt, aber auch für feucht-fröhliche Runden in heiterer Gesellschaft. Insgesamt ein erstaunlich bodenständiger fünfter Teil mit einem Schauspielerensemble, dem kaum Spielfreude abhanden gekommen ist.
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