Review

Aufeinandertreffen mit Außerirdischen müssen nicht grundlegend mit Bombast in Richtung „Independence Day“ einhergehen. Deutlich ruhigere Töne schlug Steven Spielberg bereits 1977 mit „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ an und in eine ähnliche Richtung tendiert Jason Stone mit seinem zweiten Spielfilm.

Schüler Sean (Théodore Pellerin) hat es nicht leicht: Seine Großmutter befindet sich seit zwei Jahren in einem katatonischen Zustand, sein jüngerer Bruder hat Probleme in der Schule und seine Jugendliebe Alex (Stefanie Scott) ist mit einem Draufgänger liiert, was sie Sean bei einer Strandparty offenbart. Als Alex sich am nächsten Tag bei ihm meldet, scheint sie völlig verändert, kann sich an kaum etwas erinnern und verfügt über telekinetische Kräfte, die sie nur schwer kontrollieren kann. Wenig später befindet sich das Duo auf der Flucht, denn die Regierung wurde auf die junge Dame aufmerksam…

Manchmal ist weniger mehr, wie Stone bereits mit der ersten Einstellung offenbart, als ein einsamer, nächtlicher Platz kurz von einem hellen Licht umgeben ist, woraufhin Cal (Saïd Taghmaoui) aktiv wird, der extraterrestrischen Anzeichen offenbar schon länger nachgeht. Zwar ist im Verlauf kein Außerirdischer zu sehen, doch einige Lichteffekte nebst gelungener Vogelperspektiven schüren dennoch eine gelungene Atmosphäre.

Die Liebesgeschichte der Teenager zündet insofern, als dass Sean von Haus aus viel Verantwortung übernehmen muss und trotz erheblicher Konsequenzen zu Alex steht, denn die Zeit des Zusammenseins bleibt nicht ohne Nebenwirkungen. Für Abwechslung sorgen indes kleine Spezialeffekte, die teils auf Gravitationskräften beruhen. In diesem Zusammenhang gibt es einen tollen Moment mit der Großmutter, aber auch mit Fahrzeugen lässt sich allerlei anstellen.

Sorgen die Szenen der Flucht unweigerlich für Kurzweil, ist im finalen Akt leider keine dramaturgische Steigerung auszumachen. Zudem bleiben einige Fragen unbeantwortet, stattdessen versucht man sich mit simpler Effekthascherei aus der Affäre zu ziehen, was den bis dato positiven Gesamteindruck merklich schmälert.

Die grundsoliden Mimen halten die insgesamt dünne Geschichte einigermaßen zusammen und auch sonst ist handwerklich wenig anzukreiden, zumal sich die Effekte trotz des schmalen Budgets sehen lassen können. Storytechnisch wird das Potential leider kaum ausgespielt, speziell zum Finale hätte man sich einige Hintergrundinformationen mehr gewünscht, wodurch zuvor aufgebaute, sympathische Ansätze ein wenig verloren gehen.
Knapp
6 von 10

Details
Ähnliche Filme