Review

Eigentlich ist schon viel mehr dazu gesagt worden als es notwendig wäre. Trotzdem, ich muss jetzt meinen Senf doch noch dazu geben. Eine cineastische Wutrede in Form einer Rezension wenn man so will. Und los geht’s:

Zuerst will ich mal mit etwas Positivem anfangen. Auch wenn Natalie Portmans Gesicht unter Tonnen von Schminke verschwindet, ist ihre bloße Anwesenheit eine Veredlung für jeden Film, selbst für ein filmisches Vakuum wie EPISODE 1. Auch die Effekte sind absolute Spitzenklasse. Soviel zum Positiven.

Endlich. Mein Ärger hat sich über Jahre aufgestaut. Nun ist es Zeit, ihm Luft zu machen. Sagen wir es so. Wenn der gute Geschmack aussterben sollte, bräuchte es nur drei Worte, die den Niedergang von Niveau und Intelligenz adäquat wiedergeben würden. Drei Worte, die gut lesbar auf das Gedenkmonument für den guten Geschmack eingemeißelt werden sollten. Drei Worte, die selbst den sensibelsten Menschen der Welt auf sadistischste Foltermethoden kommen lassen würden: JAR JAR BINKS. Ja, dieses Viech ist der auf Zelluloid gebannte Albtraum für alle Eltern, die ihre 3- bis 8-jährigen Anhängsel ertragen müssen, wie sie wie verhaltensgestört durch die Gegend hüpfen und „Okay today“ schreien. Da kann selbst Mutti aus Verzweiflung schon mal zu Hochprozentigem greifen. Gott, das ist jetzt schon so lange her und dieses Viech ist das einzige, was dem STAR WARS-Fan nachwirkend Aggressionsschübe und Eltern schaurige Erinnerungen bereitet. Kurzum: Das Einzige, was von diesem Film überhaupt langwierig im Gedächtnis bleibt. Nur die Eltern von damals atmen erleichtert auf, denn die Kinder sind ja mittlerweile auch älter.

Apropos Kinder. Anakin Skywalker war eben schon zu Kindeszeiten eine nervende, besserwisserische kleine Bratze. Kein Wunder das Der schließlich zu Darth Vader wird, man kann ja nie früh genug anfangen, sich als Unsympat zu profilieren. Wie es zu dieser seltsamen Laune der Natur kam weiß nicht mal Mutter Skywalker. Wie auch, denn „er war eines Tages einfach da“. Heidewitzka, nu bin ich aber platt. Ich hab’s doch schon immer gewusst: Sex wird gnadenlos überschätzt. Vielleicht ist das die Botschaft, die George Lucas uns unterschwellig vermitteln wollte. Oder ist da doch was dran an der Theorie mit den Störchen in der Nacht? „Yoda, Yoda, er hat überhaupt nicht gebohrt.“


Weiteres Beispiel gefällig? Ewan McGregor und Liam Neeson sind im Maschinenraum des gestrandeten Raumschiffs beim Reparieren der Maschinen. Sie reden über letzteres und Neeson meint mal eben ganz beiläufig: „Ich spüre eine Erschütterung der Macht.“ Genau so gut hätte er auch sagen können: „Ich muss mal aufs Klo.“ Nur hätte er das wahrscheinlich mit mehr Emotion rübergebracht. Nein, Freude sieht wirklich anders aus. Neeson wirkt so, als ob er mit dem ganzen nichts zu tun haben wolle. Wer hätte es ihm rückblickend auch verübeln können. Die Dialoge, die seinem Charakter aufgetischt werden, sind irgendwo im verbalen Nirvana angesiedelt. Was im Prinzip die Qualität der Dialoge des gesamten Films wiedergibt. Es gibt nichts Wichtiges zu sagen. Es herrscht geistiger und verbaler Leerlauf im STAR WARS-Universum.

Mittlerweile ist auch die Prequeltrilogie abgeschlossen. Nur schade, dass von dieser nur EPISODE III den Titel STAR WARS wirklich verdient hat.
2/10

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