Für die meisten STAR WARS-Fans der ersten Stunde ist Episode I sicherlich eine Enttäuschung. Das liegt vermutlich daran, daß vieles von dem, was man in den Episoden IV bis VI kennen- und liebengelernt hat, plötzlich verschwunden ist. Es gibt keine imperialen Raumkreuzer mehr (bzw. es gibt sie noch nicht), keinen Todesstern, keinen Darth Vader, selbst das gefürchtete, ach so böse Imperium ist kaum mehr als eine ominöse Handelsförderation. Kurzum: die Bühne ist eine komplett andere als die, die man aus den ersten Filmen kennt.
Wer Episode I aber dennoch eine Chance geben möchte, der wird es (wahrscheinlich) nicht bereuen. Zugegeben, die Handlung ist dürftig und mit einigen kurzen Sätzen vollständig umrissen:
Schauplatz: ein friedlicher Planet. Dieser wird von der Roboterarmee eines bösartigen Angreifers überfallen. Die Führerin der Angegriffenen, Prinzessin Amidala, gerät zunächst in Gefangenschaft, kann aber mit Hilfe der beiden Jedi Ritter Qui-Gon und Klein-Obi-Wan entkommen. Auf der Flucht landen sie auf einem Wüstenplaneten und stoßen durch Zufall auf den jungen Anakin Skywalker. Klar, das die beiden Jedi-Ritter den Jungen einsammeln und mitnehmen, schließlich muß er ausgebildet werden um irgendwann zum Schwarzen Lord mutieren zu können (... davon gibt's aber noch nix zu sehen). Mit einem großen Paukenschlag am Schluß des Filmes werden die Roboter-Invasionsarmee besiegt sowie die rechte Hand des Oberfieslings, der Prinzessinenverfolger Darth Maul, ausgeschaltet. Das Terrain ist bereitet für den nächsten Streich...
Die Hauptkritik:
Vielen geht es gegen den Strich, daß mit der Figur des Anakin Skywalker, dem zukünftigen Lord Vader, ein Kind eine Hauptrolle spielt. Und wirklich, der Junge kann alles, weiß alles und wirkt deshalb nicht besonders glaubwürdig. Da er jedoch für die zukünftige Entwicklung der Story absolut unerläßlich ist, ging's wohl nicht ohne ihn. Und noch etwas für diejenigen, die an Klein-Anakin verzweifeln: Schon als Episode IV ihr Kinodebüt gab, war der Anspruch des Filmes, ein Weltraummärchen zu sein! Damals konnte man gut damit leben und auch heute erfreuen sich Märchen für Erwachsene bei einem breiten Publikum großer Beliebtheit. Als Beispiel hierfür könnte man vor allem "Toy Story" oder "Monster AG" nennen.
Das beste zum Schluß:
Der Film ist ein einziges Feuerwerk von Effekten, ausdrucksstarken Bildorgien, dichter Atmosphäre und gelunger Computeranimationen. Die beste Animation ist sicherlich die Figur des Jar Jar Binks (auch wenn der Charackter dieses Kunstwesens vielen auf die Nerven geht - die technische Umsetzung der Figur ist perfekt gelungen)!
Fazit:
Etwas lieblose Story, teilweise nicht ganz glaubwürdig (Wunderkind Anakin) aber allein wegen der FXs absolut sehenswert! Und wer behauptet, die Effekte seien nichts besonderes, der sollte sich fragen, ob sein Urteilsvermögen nicht dadurch getrübt wird, daß er von dem Film mehr (etwas anderes?!) erwartet hat...
NACHTRAG:
Wer die deutsche Synchro verbrochen hat, der verdient eine schwere Strafe. Warum? Weil Aliens, die mit französischem Akzent sprechen ziemlich bescheuert wirken!