Oh ihr da draußen, was habt ihr bloß alle gegen Episode 1? Der Film ist genau das, was ich mir unter einem Science-Fiction Film vorstelle: 2 Stunden perfekte Unterhaltung, voll mit wunderschönen Effekten.
Das Pod-Rennen ist visuell das Beste, was ich seit langem, vielleicht sogar jemals gesehen habe. Wenn man die DVD sieht, könnte man meinen, man ist selber mit dabei. Das Rennen ist sicherlich der Höhepunkt des Films, der leider etwas zu früh kommt, denn danach flacht Episode 1 etwas ab, um dann zum Schluss noch einmal seine ganze Pracht zu entfalten.
Und langweilig fand ich den Film eigentlich nie: Bis auf die ersten Minuten, die aber auch nur der Einführung dienen, ist immer was los. Auch die Diskussionen im Senat und im Jedi-Rat finde ich immer spannend. Dabei sollte man auch aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren, denn die Story ist nicht so einfach, wie viele sagen.
Der Score von John Williams ist wieder einmal atemberaubend. Neben dem legendären Anfangsthema gibt es vor allem beim finalen Lichtschwertkampf (der für mich bisher der Beste der Saga ist) eine großartige Musikuntermalung, die mir eine richtige Gänsehaut über den Rücken jagte.
Das Staraufgebot ist bei Episode 1 verdammt hoch: Ewan McGregor, Liam Neeson, Natalie Portman oder auch Samuel L. Jackson (leider nur sehr kurz). Alle lösen ihre Aufgaben gut, bis auf Natalie Portman, der ich einen etwas emotionaleren Gesichtsausdruck gewünscht hätte. Sie sieht den ganzen Film über sehr gelangweilt aus. Na ja, viel zu lachen hat Königin Amidala auch nicht...
Dass Episode 1 dennoch nicht an die alten Filme herankommt (bis auf Rückkehr der Jedi Ritter, den ich persönlich für eher schwach halte) verdankt er in erster Linie Jar-Jar Binks. Dieser Vollspack geht wohl jedem auf die Nerven und degradiert den Film an manchen Stellen zu einem Kinderfilm. Offenbar als Person gedacht, die ein wenig Humor in den Film bringen soll, weil ja Harrison Ford, Chewbacca und die Dialoge von C3PO und R2D2 fehlen, versagt er auf der ganzen Linie. Keinem Wesen wünschte ich jemals mehr den qualvollen Filmtod als Jar-Jar.
Außerdem vermisse ich die düstere Atmosphäre der alten Filme: Es gibt keinen Todesstern, kein Imperium und keinen Superschurken wie Darth Vader. Darth Maul sieht zwar auch fies aus, hat aber einen viel zu kurzen Auftritt, der dafür hervorragend gelungen ist.
Fazit:
Ein wenig atmosphärischer und ohne Jar-Jar Binks, der Film würde von mir ohne Probleme eine höhere Note erhalten. Von Kritikern zu Unrecht verrissen, ist Episode 1 ein würdiger Einstieg in die Star Wars Saga, ein zweistündiges Popcorn-Vergnügen mit gigantischen Effekten.