Der Planet Naboo wird von der Handelsförderation belagert und die Königin, gespielt von Natalie Portman, befürchtet bereits eine feindliche Invasion. Der Senat schickt ihr zwei Jedi-Ritter, gespielt von Liam Neeson und Ewan McGregor, die sie abholen sollen, damit sie ihr Anliegen vor diesen bringen kann. Was sie nicht wissen ist, dass ein Lord der Sith hinter der Invasion steckt und, dass er seinen Schüler geschickt hat, der ihn nun im Nacken sitzt und dann müssen sie auch noch auf einem abgeschiedenen Planeten notlanden, auf dem sie einen bemerkenswerten kleinen Jungen kennen lernen.
Nach wie vor ist George Lucas` Idee umstritten, seine alte "Krieg der Sterne"-Trilogie noch einmal um eine zweite Trilogie zu erweitern, aber in Anbetracht des starken zweiten und dritten Teils ist es durchaus zu verschmerzen, dass Lucas es nicht bei seiner alten Kult-Reihe beließ und aus Profitkalkül noch weitere Werke hinzufügte. Dieser erste, lang ersehnte Teil der neuen Trilogie, der den Anfang der Vorgeschichte zu Lucas` Sci-fi-Epos einleitete, ist jedoch der schlechteste der Reihe und eine echte Enttäuschung, zumal die Erwartungshaltung bei einem Budget von 115 Millionen Dollar und einem namenhaft besetzten Cast sehr hoch war.
Der Film ist bei Weitem nicht so düster und atmosphärisch wie seine Vorgänger, eher bunt und kindgerecht, von der Grundstimmung her beinahe heiter. Damit hat die "Star Wars"- Reihe ihren alten düstern und dreckigen Flair komplett verloren, wobei Lucas mit dem zweiten und dritten Teil glücklicherweise wenigstens zum Teil zu seinem Erfolgsrezept zurückfand. Die Story ist ebenfalls schwächer als bei den anderen beiden Teilen, die Charakterkonstruktion ist unglaublich flach und die Dialoge über die Macht und die Bestimmung der Jedi sind teilweise Lächerlich. Die Handlung ist mit überflüssigen Wendungen durchzogen und verursacht einige Leerläufe. Darüber hinaus ist George Lucas` Bestreben groß, das Scheitern der Demokratie und der Republik zu verdeutlichen, aber irgendwie wollen die politischen Aspekte, die endlosen Debatten und die diplomatischen Verhandlungen nicht so Recht in den Film passen, der sich damit noch deutlicher von seinen hervorragenden Vorgängern unterscheidet. Damit passt der Film leider kaum in den Zusammenhang der Reihe, zumal fast nichts passiert, was für den Gesamtzusammenhang wirklich von Belang ist, wobei man zu Lucas zu Gute halten kann, dass es sich nur um den Auftakt zu einer zweiten Trilogie handelt, die zum Ende hin immer besser werden sollte, aber "Die dunkle Bedrohung" ist leider nicht mehr als durchschnittliches Popcorn-Kino.
Immerhin nutzt George Lucas die technischen Möglichkeiten aus, die sich in den 22 Jahren seit seiner ursprünglichen Trilogie ergeben haben. Die Effekte sind makellos und die Action-Szenen quantitativ sehr wohlwollend dosiert, wobei das Rennen im Mittelteil des Films den optischen Höhepunkt darstellt. Ein bisschen mehr Brutalität hätte vor allem der Schlacht am Ende relativ gut getan, Lucas wollte aber noch die FSK ab 6 Freigabe erreichen. Auch am futuristischen Design der Raumschiffe, der Planeten und an dem optisch überzeugenden Kulissenwechsel gibt es nichts auszusetzen und auch die Schwertkämpfe sind wesentlich besser choreographiert als in den ersten Teilen. Aufgrund dieser berauschenden Optik und der hervorragenden Effekte erreicht Lucas wenigstens einen ordentlichen Unterhaltungswert und enttäuscht nicht auf ganzer Linie. Zudem ist auch der Soundtrack von John Williams gewohnt stark und unterlegt den Film absolut überzeugend. Lucas nutzt also alle modernen Blockbuster-Mittel aus, verliert dabei aber den Reiz seiner alten Trilogie aus den Augen.
Darstellerisch gibt es nichts zu bemängeln, wobei sich keiner der Darsteller bei der berauschenden Optik und der hoch dosierten Action wirklich empfehlen kann. Liam Neeson, der seit "Schindlers Liste" und "Rob Roy" in keiner größeren Produktion in Erscheinung getreten war, verkauft sich gewohnt gut und ist als älterer, weiser Jedi ziemlich gut besetzt. Ewan McGregor macht nach seinem Durchbruch in Großbritannien mit "Trainspotting" nun auch in den USA auf sich Aufmerksam und zeigt eine grundsolide Leistung, die er in den beiden weiteren Teilen noch einmal verbessern konnte. Natalie Portman ist als engagierte und sympathische Königin hervorragend besetzt und verkauft sich ähnlich gut wie ihre Kollegen. Der übrige Cast ist ebenfalls gut, wobei der Part von Samuel L. Jackson ruhig etwas größer hätte ausfallen können.
Fazit:
George Lucas schöpft alle tricktechnischen Möglichkeiten aus und serviert Action vom Feisten, hervorragende Kulissen und futuristisches Design und auch an den Darstellern gibt es nichts auszusetzen. Allerdings fehlt die düstere Atmosphäre der ersten Trilogie in diesem handlungsarmen und flachen Abenteuerspektakel, das definitiv nicht an seine Vorgänger anknüpfen kann und damit den Tiefpunkt der Reihe darstellt.
61%