So, nach 16 Jahren kam "endlich" ein neuer Teil der legendären "Star Wars"-Saga in die Kinos.
Ich habe ihn mir gleich am Starttag angesehen und hatte zu der Zeit noch den Vorteil, die alten Filme noch nicht gesehen zu haben (fragt mich nicht wieso) und habe mich im Kino eigentlich prächtig amüsiert und fand den Film äußerst unterhaltsam, bis ich die alten Star Wars Filme schließlich gesehen habe und geschockt war, dass "Episode 1" gegenüber "Krieg der Sterne", "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" wie ein Fliegenschiss wirkt.
Die Hauptprobleme liegen bei den Schauspielern und teilweise auch den Special-Effects: Liam Neeson, eigentlich ein hervorragender Schauspieler ("Schindlers Liste", "Michael Collins") kann hier sein schauspielerisches Potenzial nicht ausschöpfen und bleibt so ziemlich unspektakulär, das gleiche gilt für den sonst so tollen Ewan McGregor, der vor allem in "Trainspotting" bewundernswert war und hier sein Talent gehörig verschwendet. Auch Natalie Portman bleibt bei aller Attraktivität ziemlich blass und scheint in ihren pompösen Kostüme buchstäblich zu ersticken. Wahrlich am nervtötendsten ist aber der junge Jake Lloyd. Seine Dialoge und einfach seine Art zu Schauspielern sind/ist schrecklich und er wirkt eigentlich immer unfreiwillig komisch, was mit der Zeit sogar dem Zuschauer peinlich wird. Für diese Rolle hätte man wahrlich besser Darsteller in Lloyds Alter finden können, obwohl man ihm die schlechten Dialog natürlich nicht zum Vorwurf machen kann, dies wäre dann wiederum Regisseur George Lucas zuzuschreiben, der die Story mit so vielen visuellen Effekten vollgepumpt hat, dass die Story darin erstickt und auf Dauer sogar extrem nervt. Denn diese "handgemachten" Effekte machen u.a. den Charme der alten "Star Wars"-Filme aus und dadurch wirk "Episode 1" wirklich manchmal einfach viel zu "technisiert".
Ein Punkt, der mir an "Episode 1" sehr gut gefallen hat, war George Lucas' Inszenierung. Obwohl er 20 Jahre auf keinem Regiestuhl gesessen ist, ist die Inszenierung wirklich gut gelungen. Ruhige wechseln sich mit schnell geschnittenen Szenen ab und im Allgemeinen kommt Lucas immer noch als guter Regisseur rüber, obwohl er nicht mehr an seine grandiosen "American Graffiti"-Zeiten herankommt. Es wäre wirklich interessant, wenn er nach "Episode III" einen etwas kleineren Film ohne jegliche Special-Effects machen würde.
Als Drehbuchautor hat Lucas jedoch bei diesem Film teilweise wirklich versagt. Manche Handlungen wirken schlecht ausgearbeitet und viele Dialoge (vor allem die von Jake Lloyd) sind einfach grottenschlecht und nervig. Vielleicht hätte er andere Leute, die mit dem "Star Wars"-Universum vertraut sind, das Drehbuch schreiben lassen sollen.
Ich komme zu dem Fazit, dass "Episode 1" ohne die alten "Star Wars"-Filme wirklich als relativ guter Film herüber kommen würde, doch in Zusammenhang mit der Trilogie von damals versagt er auf ganzer Linie.
Trotzdem vergebe ich wegen der tollen Inszenierung und der wirklich herausragenden Ausstattung noch 5 von 10 Punkten.
Achja: JarJar Binks sollte so schnell wie möglich erschossen werden!
Humor: 1 / 5
Action: 4 / 5
Anspruch: 0 / 5
Inszenierung: 5 / 5
Musik: 4 / 5
Erotik: 0 / 5
Gesamt: 5 / 10