Review

Selbst der größte Hype ist nicht unsterblich 

Als letzten Monat Episode 7 endlich startete, bot es sich natürlich an, auch seine Vorgänger nochmal zu gucken, sich einzustimmen. Ja, alle Vorgänger. In guten wie in schlechten Zeiten heißt es doch so schön. Und während "The Force Awakens" den enorm hohen Erwartungen standhielt, war genug Zeit darüber zu reflektieren, wie er sich in die allgemeine Hierarchie der Sternenkriege einfügt (bei mir persönlich auf Platz 3, hinter Imperium & Jedi-Ritter). Ebenso ideal konnte man sehen, wie gut sich die alten Episoden bzw. wie schlecht sich die neuen gehalten haben. Episoden 4-6 wirken fast frischer & neuer als die verstaubten CGI-Gewitter 1-3 - das war schon eine Überraschung, egal wie schlecht der Ruf der Prequels ist. Und das lag nicht an den Verschlimmbesserungen von Lucas an der alten Trilogie über die Jahre ;). Genauso wie durch die wirklich gelungene, vielleicht etwas zu respekterstarrte Episode 7 aber die Schwächen der Prequels hervorgehoben werden, muss man ihnen auch ein paar Stärken zugestehen, die nun sogar heller leuchten als je zuvor. Sogar den, manchmal aus den falschen Gründen nervenzerfetzenden, Episoden 1+2. Das entschuldigt aber nur teilweise, warum es damals, vor noch nicht allzu langen 16 Jahren, so lange brauchte, bis die Fans die Mittelmäßigkeit ihrer gefallenen Götter eingestanden...

Auch ich bin mit Episode 1 aufgewachsen, war aber glaube ich noch etwas zu klein für einen Kinobesuch. Plus nie der allergrößte Star Wars-Fan. Erst von den 2 Fortsetzungen gibt es Erinnerungen an einen Kinobesuch, keine wirklich positiven. Obwohl Episode 3 doch stark ist im Nachhinein. Dazu aber mehr in den folgenden, entsprechenden Reviews. Das Videospiel zu Episode 1 habe ich jedenfalls ausführlich gezockt & dem Hype konnte man sich, ähnlich wie letzten Monat, einfach nicht entziehen. Ich mochte den Film "Die dunkle Bedrohung" anfangs sehr - umso älter ich jedoch wurde, & bei jedem weiteren Ansehen, legte sich die Begeisterung. Ähnlich wie bei allen anderen Menschen auf diesem Planeten - bei mir war die Fallhöhe nur nicht ganz so heftig. 

Im Endeffekt gibt es auch heute noch genug Dinge, die mir das Durchsitzen, während diesem, in den Sand gesetzten Start einer Legende, erleichtern. Nicht die Dialoge auf Soapniveau, nicht die seelenlosen Computergrafiken, nicht Jar Jar & erst recht nicht die vielen politischen Debatten von Padme & Co. Da muss man überall durch, darauf wurde genug & zu recht rumgetrampelt. Ich meine die zwei Jedimeister Neeson & McGregor, die ihre Ehre bewahren konnten. Das immer noch nett anzusehende Podrace. Den klasse Bösewicht mit Doppellichtschwert Darth Maul inklusive einem der besten Fights der Serie. Und auch der junge Anakin nervte weitaus weniger als sein Teenager-Ich später. Dazu mixe man einen der besten Soundtracks der Filmreihe (Duel of Fates?), eine wunderhübsche & blutjunge Natalie Portman - zack, da sieht das Ganze doch schon nicht mehr so düster aus, oder? Ok, immer noch eine herbe Geduldsprobe & keine gute Entscheidung die Prequel-Trilogie zu einer politischen Senat-Soap zu entwickeln - aber Lucas war halt (zu) verliebt in sein Baby, in seine Familiensaga. 

Das man hier sehr schön sieht, dass, im Gegensatz zum neuen Abrams-SW, neue Vehikel, Planeten & Rassen eingeführt werden, viel mehr versucht wurde Neues zu erschaffen, ist eine interessante Randnotiz. Dem neuen Team kann ich ihr Motto "Hut (ziehen) vor Mut" aber absolut verzeihen bzw. Disney verstehen, da genau diese radikal neue Prequel-Art, die wenig Magie der alten Filme hatte, extrem heftig kritisiert wird. Hat beides seine Vor- & Nachteile. Das "Phantom Menace" aber insgesamt unterkühlt, ohne Charme, ohne Seele & ohne Detailverliebtheit wirkt, selten spannend, dagegen kann man einfach nicht debattieren. Das ist leider so. War ich vielleicht ganz gut bedient mit dem Videospiel - denn der Film ist fast noch leerer & liebloser als eben dieses. Vielleicht hat Lucas seine große Liebe zerquetscht - aus Liebe.

Fazit: weder ein guter Film geschweige ein guter Star Wars - aber auch nicht die Totalgrütze, zu der ihn manch einer degradiert. Ein paar tolle Momente reichen aber leider nicht... gab dem Wort "Prequel" ein faden Beigeschmack.

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