Lange mussten die Fans warten, 1999 war es dann endlich soweit: George Lucas brachte den Auftakt seiner lang erwarteten zweiten Star Wars Trilogie in die Kinos. Die Original-Filme, unterdessen zu Meilensteinen des Kinos avanciert, setzten neue Maßstäbe, das Publikum erwartete nun einen ähnlich furiosen Start... doch es kam etwas anders, der Film rief nicht gerade Begeisterungsstürme hervor...
Die Geschichte, mit der Lucas die Zuschauer gleichsam fesseln wollte wie mit „Krieg der Sterne“ ist schnell erzählt: Die mächtige Handelsföderation versucht mit einer Barrikade den fernen Planeten Naboo von der Republik zu isolieren. Das ruft die Jedi auf den Plan, die schnell erkennen müssen das die Sith, dunkle Lords, die Handelsföderation lenken...
Leider stoßen beim anschauen die deutlichen Kritikpunkte, besonders da es sich um Star Wars handelt, bitter auf. Einen großen Anteil am schlechten Image von „Die dunkle Bedrohung“ hat ohne Zweifel Nervensäge Jar Jar Binks und sein ganzes Volk der Gungans. Das nervige Gequassel geht schon jeden 12 Jährigen gehörig auf den Keks und ist nach kurzer Zeit, dank sinnlosen Geschwaffels, kaum noch zu ertragen. Die Animation ist zwar ok, aber vielleicht hätte Lucas hier noch etwas warten sollen mit vollanimierten CGI Charakteren, das der Computer am Werk war entgeht keinem.
Zudem bleibt der Eindruck das George Lucas versucht hat eine deutlich jüngere Zielgruppe für seinen Film zu gewinnen, die kindliche Gestaltung des Filmes und die niedrige Altersfreigabe begleitet von einer Merchandising-Welle ohne gleichen machen das deutlich. Überhaupt ist dieser Effekt-Overkill, der dem Zuschauer gar nicht mehr die Chance gibt die guten Effekte zu genießen, da man regelrecht erschlagen wird. Vielleicht sollte man den Film eher als Werbung für ILM denn als Film sehen. Statt einer menschlichen Armee werden Tausende Droiden eingesetzt die man nach Herzenslust zermetzeln kann ohne Sanktionen von der Filmaufsicht befürchten zu müssen. Das alles zusammen schmälert den eigentlich recht guten Gesamteindruck doch etwas. Hinzu kommen noch einige kleinere Faktoren die auch negativ in Erinnerung bleiben: So spielt Jake Lloyd als Anakin doch recht hölzern, ein etwas älterer, erfahrener Schauspieler hätte sicher gut getan. Zudem wird das Mysterium um die Jedi und die Macht recht unspektakulär gelüftet – kleine Lebewesen, die Medichlorianer – sind angeblich dafür verantwortlich.
Trotz all der Kritikpunkte bleibt Star Wars ein guter, unterhaltsamer Film. Schon allein das Wiedersehen mit einer Vielzahl alter Bekannter rechtfertigt das ansehen: Yoda, C3PO, R2-D2, Jabba the Hud und natürlich Darth Sidious/Senator Palapatine. Auch viele der neuen Charaktere können durchaus überzeugen: Qui-Gon, Obi-Wan, Prinzessin Amidala. Mace Windu (Samuel L. Jackson) bekommt hoffentlich in den folgenden Filmen einen etwas größeren Part. Ganz stark in Erinnerung bleibt aber Darth Maul (Ray Park). Der Abgang am Ende hätte nicht sein müssen, da er eine ähnliche Ausstrahlung wie Vader besitzt und gut für die weiteren Filme geeignet wäre.
Sehr gelungen fand ich auch die neuen & alten Schauplätze. Die Palastanlagen von Naboo oder der gigantische Stadtplanet Corosunt, sowie die Rückkehr nach Tatoine, jenem Wüstenplanet auf dem die Saga begann.
Die Lichtschwertkämpfe sind wunderbar auschoreographiert, das große Finale mit Lord Maul ist wirklich packend in Szene gesetzt. Das Pod-Race ist optisch ebenfalls ein absoluter Leckerbissen, bei dem richtig "Highspeed"-Feeling aufkommt. John Williams hat zudem wieder einen hervorragenden Score geschrieben, besonders das „Phantom Menace“-Theme und die bedrohliche Marschmusik bleiben in Erinnerung.
"Episode I" bleibt leider hinter den Erwartungen zurück und denn Vergleich mit der Original-Trilogie nicht bestehen. Hier hat sich George Lucas etwas verzettelt und nur seine Merchandising-Kampagne im Blick gehabt und damit nicht nur seine Fans verärgert. Trotzdem bietet „Die dunkle Bedrohung“ ein kurzweiliges, effektreiches Sci-Fi Spektakel was jeder gesehen haben sollte.
8/10 Punkten