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Nachdem die Handelsföderation über den kleinen Planeten Naboo ein Embargo verhängt hat, werden die zwei Jedi Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi beigezogen, um die Krise wieder in den Griff zu bekommen. Doch anstatt eine diplomatische Lösung zu finden, entgehen die Jedi nur knapp einem Anschlag und sehen sich gezwungen, im Zuge einer Invasion auf der sumpfigen Oberfläche von Naboo zu landen. Dort treffen sie auf den Gunganer Jar Jar Binks, der sie erst in die Unterwasserstadt Otoh Gunga und dann zur Hauptstadt Theed begleitet. Die drei verhelfen der jungen Königin Amidala zur Flucht, um die schwere Krise dem Galaktischen Senat unterbreiten zu können. Ein technischer Defekt zwingt sie allerdings dazu, auf dem Wüstenplaneten Tattoine notlanden zu müssen, was ihnen die Bekanntschaft mit dem Sklaven Anakin Skywalker einbringt. Qui-Gon glaubt, in dem kleinen Jungen besondere Fähigkeiten zu erkennen. Tatsächlich vermag der junge Anakin, den dreien zur Flucht von Tattoine zu verhelfen, um gegenüber dem Senat in Coruscand vorstellig zu werden. Politische Intrigen und Entscheidungslähmungen zwingen allerdings die junge Königin dazu, die Angelegenheit mit den Jedi selbst in die Hand zu nehmen...

Nach nicht weniger als 16 Jahren brachte George Lucas die inzwischen zur Legende gewordene Star Wars-Saga in Form eines Prequels wieder zurück auf die Leinwand und entzündete damit eine Kontroverse, die bis zum heutigen Tage anhält. "Episode I - Die dunkle Bedrohung" ist ein Film, der diskutiert wurde wie kein anderer. Dies lag sowohl an den hohen Erwartungen, die in die Fortsetzung der Weltraum-Oper gesetzt wurden, als auch an der Besetzung der neuen Charaktere und an der Aufbereitung des neuen Plots.
Dabei ist, tricktechnisch gesehen, an dem Film eigentlich nichts auszusetzen: Die Effekte, die hier geboten werden, sind wahrlich phänomenal, auch die Lichtschwertkämpfe wurden deutlich verbessert sowie auch die Liebe zum Detail bei den Schlachtenszenen. Es lag wohl eher an dem anfangs ziemlich müden Plot, der Anakin Skywalker gegenüber den anderen neuen Charakteren zuviel Raum bot und die Geschichte nicht richtig in Gang kommen ließ. Die actiongeladene Brisanz setzte auch zu spät ein und wurde gegen Schluß durch parallele Schnitte stark zerrissen.

Der maßgebliche Unterschied zur klassischen Star Wars-Trilogie lag wohl auch in der inhaltlichen Akzentuierung: Während in den Episoden IV-VI eher Mythos und Magie im Mittelpunkt standen, setzte Episode I ungewohnterweise mehr auf Politik mit Anleihen aus der Religion: Anakins "Jungfern-Zeugung" und Medichlorian-Werte im Blut sind nicht gerade das, was man von Star Wars bislang gewohnt war.

Im nachhinein betrachtet, insbesondere nach Episode II, macht "Die dunkle Bedrohung" allerdings sehr wohl Sinn, insbesondere deshalb, weil die Dynamik der "Dunklen Bedrohung" für die Galaktische Republik und der damit einhergehende Niedergang der Jedi nun deutlicher geworden ist als zuvor.

Fazit: Episode I ist - entgegen vielen voreiligen Behauptungen - alles andere als ein schlechter Film. Er weist nur einige deutliche Schwächen auf und warf damals viele Fragen auf, die nun durch die folgenden Prequels nach und nach beantwortet werden.

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