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Man muss nicht zwangsläufig eine makabere Puppen-Komödie drehen, um es als neuseeländischer Regisseur zu Weltruhm zu bringen, doch was Filmemacher Tim van Dammen mit wenig Budget auf visueller Ebene gelingt, büßt er auf narrativer Basis beinahe wieder ein.

Kleinganove John ist ein Außenseiter, der für den lokalen Gangsterboss Shelton als Laufbursche arbeitet. Als er die chinesische Mafia bestiehlt, klaut er beim dazugehörigen Antiquitätenhändler einen alten Armreif, der John per Knopfdruck eine kleine Zeitreise ermöglicht. Doch mit jeder Zeitreise vervielfacht sich John und das Chaos ist vorprogrammiert…

Der Titel bezieht sich auf die Gang, die John mit seinen Alter Egos gründet, wobei man irgendwann ein wenig die Übersicht verliert, wie viele Johns denn durch die Szenerie wandeln. So häufig, wie der grüne Knopf am Armband betätigt wird, müssten es rund ein Dutzend sein, wobei Sinn und Logik ohnehin zu vernachlässigen sind.

Anfangs gestaltet sich das Vervielfältigungsszenario herrlich absurd, als John einem zweiten Ich begegnet, welches ihm taktische Ratschläge während einer Flucht auf den Weg gibt. Doch im Verlauf büßt die Hauptfigur einige Sympathiepunkte ein, eine sich anbahnende Romanze nimmt gar merklich Schwung heraus und auch die latente Auseinandersetzung mit Shelton und seinem Gefolge setzt mehr auf Running Gags, denn auf pointierte Situationskomik.

Dennoch hat der Klamauk, mal abgesehen von einigen Reminiszenzen, so seine Momente. Denn der alte, zumeist fluchende Antiquitätenhändler ist eine Nummer für sich, eine überdimensionalgroße Entenmaske für einen Raub ist ebenfalls ein Hingucker und wenn die finale Rettungsaktion mit Pauken und Trompeten eingeläutet wird, macht diese umso mehr Freude, wenn sie anschließend betont ungelenk und komplett planlos über die Bühne geht.

Darstellerisch sind einige Abstriche zu machen, zumal einige Laien auch als solche erkennbar sind. Das beinahe komplette Ausbleiben eines Soundtracks fällt nicht wirklich negativ ins Gewicht, während die Doppelgängersequenzen im ersten Drittel zu den optischen Highlights zählen. Gemäß einer FSK16 gibt es nicht allzu viel Blutvergießen, allerdings wird mit einem Großkaliber ein kompletter Schädel zerbröselt.

Charmant ist das irgendwie schon, was Regisseur und Autor Tim van Dammen mit vergleichsweise wenig Aufwand auf die Beine stellt, doch für den nachhaltigen Burner verläuft die Geschichte zu simpel, Überraschungsmomente bleiben auf Dauer aus.
Ein kurzweiliger Spaß für Zwischendurch, doch auf die Spitze wird die skurrile Prämisse leider nicht getrieben.
6 von 10

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