*** SPOILERWARNUNG ***
Ein Verkehrsunfall bringt das Leben der jungen Oriko, genannt Okko, durcheinander. Ihre Eltern sterben, sie überlebt und lebt fortan bei ihrer Großmutter, die eine kleine Herberge betreibt. Dort macht sie sich nützlich, schließt Freundschaft mit den ansässigen Geistern und fängt an, das erlebte Trauma zu bewältigen.
Abseits der Protagonistin erhalten die anderen Figuren eine eher nur ausreichende Charakterzeichnung, hier und da erfährt man ein bisschen was über sie. Der Film bleibt immer auf Okko fokussiert, was über die Laufzeit auch überwiegend funktioniert. Gerade zum Ende hin, wenn es dann doch noch sehr emotional wird, merkt man, dass sie an dem Erlebten gewachsen ist, obwohl sie grundsätzlich schon als starke Persönlichkeit angelegt ist.
Der Zeichenstil ist etwas gewöhnungsbedürftig; die Kulleraugen sind mitunter noch mal eine Spur größer als sonst und die großen Bilder bleiben bei dieser eher auf persönlicher Ebene betrachteten Geschichte aus. Dies spiegelt sich auch in den Schauplätzen wieder, meist bleibt es bei der Herberge der Großmutter, in der sich allerlei Begegnungen und Dramen abspielen.
In weiten Teilen ist „Okko's Inn“ ein netter Anime, der das Thema Verlust und Kompensation gut konsumierbar in einen Alltag einflechtet. Mit etwas Humor versetzt und im Gesamten nicht allzu tragisch, dreht er gen Ende doch noch etwas an der Emotionsschraube. Insgesamt aber eher ein entspannter Vertreter seiner Art.