Im Zirkus Apollo wird der lustige Clown Metulski tot und ermordet aufgefunden. Kommissar 00 Schneider (Helge Schneider), der eigentlich in Ruhestand gehen wollte, überlegt es sich noch einmal anders und übernimmt den Fall. Hinter der gemeinen Tat steckt der verrückte Kunstsammler Nihil Baxter (auch Helge Schneider). Schaffen es der Kommissar und sein Gehilfe Körschgen (Helmut Körschgen) dem Mörder das Handwerk zu legen...?
"Freunde, Freunde, Freunde in der Not wollen kein Brot von einander!" (Songtext)
00 SCHNEIDER JAGT NIHIL BAXTER ist die zweite Langfilm-Regiearbeit von Komiker Helge Schneider ("Katzenklo") nach TEXAS. Der Tausendsassa und Musiker taucht in vielen verschiedenen Rollen auf. In den beiden titeltragenden, dazu als Schlagersänger Johnny Flash und als Dr. Hasenbein. Oft handelt der Film gar nicht von Polizeiarbeit und der Lösung des Falls, sondern darum, wie 00 Schneiders dicke Frau (Andreas Kunze, DOC SNYDER, AGNES UND SEINE BRÜDER) ihm Käsebrote bringt oder der Hausmeister einen Wadenkrampf bekommt. Der Film wurde ohne Drehbuch gedreht. Wild springen die völlig fadenscheinigen Handlungsebenen hin und her. Die Dialoge wirken improvisiert. Viele der Darsteller sind Statisten. Bester Mann, ganz klar: Helmut Körschgen! "Solange man lebt, soll man rauchen!" Der Mann ist nicht vom Fach und das merkt man. Schneider hat ihn angeblich bei den Dreharbeiten zu TEXAS am Drehgelände kennengelernt, wo Körschgen als Angestellter tätig war. Der wackere Rentner mit der Passion für Glimmstängel erlitt zu Drehzeiten einen Schlaganfall, weswegen er die Kinopremiere im Rollstuhl verfolgen musste.
00 SCHNEIDER bietet gelebte Ereignislosigkeit, flotte Discofummel im Dieter-Thomas-Kuhn-Gedächtnis-Look, viele schillernde und bekloppte Charaktere und dadaistischen Humor. Die Handschrift von Mastermind Christoph Schlingensief (100 JAHRE ADOLF HITLER, DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER) erkennt man in den verqueren Kameraeinstellungen. Besonders einprägsam: die Hoden-Perspektive auf den halbnackten Höhlenmensch mit dem Riesenbart Sergej Gleitmann.
"Ist das Kunst oder kann das weg?" (Papa)
Entgegen dem US-amerikanischen Jugendkult und Beauty-Wahn. Entgegen Effekthascherei und Multimillionendollar-Produktionen. Entgegen Erzählstruktur und rotem Faden. Entgegen Massenkompatibilität und Medienwirksamkeit. 00 SCHNEIDER ist zelebrierter bzw. "gespielter" Dilettantismus und konzeptionierte Improvisation. Hinter augenscheinlichem Pfusch und Nichtkönnen steckt große Genialität. Ein Film, mit dem es einem geht wie mit Hauptdarsteller und Macher Helge Schneider: Entweder man liebt ihn. Ende.
"Drei Herren, ähä, in eine Raum, ähi. Schlecht, ne! Da kann man wohl schlecht Fotzen lecken!"
Fazit:
"Der Kommissar Schneider ist gu-u-ut..." – Geniales Antikino und Helges Bester!
Fans des verblichenen "Darstellers" Körschgen sei diese kleine, aber liebevolle Seite ans Herz gelegt:
http://www.helmut-koerschgen.de/