Der zweifache Familienvater Peter (Michael Peña) arbeitet als Servicetechniker bei einer größeren Firma. Sein beschauliches Leben mit Frau und Kindern wird von seltsamen Visionen/Tagträumen getrübt, die ihn während der Arbeit befallen: Alienähnliche Monster in kleineren Raumschiffen greifen die Stadt an und ballern mit Laserwaffen alles nieder, was sich bewegt. Wenn er aus diesen Träumen erwacht, ist er ganz erschreckt, gleichzeitig aber davon überzeugt, daß diese Visionen irgendwann eintreffen werden. Auch seine Frau Alice (Lizzy Caplan) kann ihm dabei nicht helfen, und die beiden jungen Mädels sind noch zu klein, um zu begreifen. Ein freundlicher Kollege schreibt ihm eine Telefonnummer auf, wo ihm geholfen werden soll. Doch eigentlich will sich Peter gar nicht helfen lassen. Eines Abends, auf einer geselligen Party in einem Hochhaus werden seine Alpträume dann doch wahr: Hunderte Raumschiffe greifen die Stadt an und schiessen auf alles was sich bewegt, genau wie in seinen Visionen zuvor...
Ich weiß nicht wer bei dieser Netflix-Produktion drehbuchtechnisch das Sagen hatte, jedenfalls hat derjenige vom Spannungsaufbau leider gar nichts verstanden, denn die erste halbe Stunde von Extinction bis zur Invasion der Außerirdischen verläuft derart stinklangweilig und emotionslos, daß man sich schon fragt warum diese langatmige Einleitung überhaupt abgefilmt wurde. Michael Peña ist zwar nicht unsympathisch, agiert aber wie eine Schlaftablette und kann den Zuseher keine Sekunde lang zum Mitfiebern animieren, die wenigen anderen Darsteller erst recht nicht.
Als dann die Action beginnt, muss Peter mit seiner Familie und einigen Gästen fliehen, stets bedroht von den ziemlich menschlich erscheinenden Aliens, die ganze Stockwerke abräumen. Da das Ganze in der Nacht und in dunklen Hausgängen spielt, kommen auch die vielen tricktechnischen Spielereien nicht besonders gut zur Geltung. Die Außerirdischen schießen mit Lasergewehren, deren Sound sich nach alten Arcade-Ballerspielen anhört: Bing-Bing-Bing-Bing-Bing, Space Invaders und Konsorten lassen grüßen...
Gut die Hälfte des Films ist überstanden, als es dem stets zurückhaltend agierenden Peter gelingt, einen Alien niederzuschlagen, dessen Gewehr in seinen Besitz zu bringen und sogar damit zu schießen. Der Alien ist jedoch nicht tot, sondern erwacht kurze Zeit später - der friedliebende Peter brachte es nicht übers Herz, ihn zu töten. Ausgehend von dieser Tatsache entwickelt sich dann ein Plot-Twist, der gar nicht so übel ist und den Zuseher aus dem Halbschlaf weckt. Ohne allzuviel spoilern zu wollen, geht es um eine Art "Perspektivwechsel". Erst danach baut sich eine gewisse Spannung auf, meines Erachtens jedoch viel zu spät.
Extinction ist nicht wirklich schlecht, dramaturgisch aber miserabel aufgebaut. Die (vermutete) Grundidee des Streifens entfaltet sich erst viel zu spät und läßt dem Zuseher während des künstlich zugespitzten Finales kaum einmal Zeit zu reflektieren, was er da eigentlich sieht (und vor allem wen...) - nebenbei täuscht das leicht angezogene Tempo zum Schluß auch über einige Logiklöcher hinweg. Ein paar nette CGI-Ideen gibt es, z.B. das Mädchen mit dem "beschädigten" Gesicht (eine klare Anleihe beim Terminator), das (nur wenige Sekunden gezeigte) U-Bahn-Geschütz oder die ins Wasser wegklappende Eisenbahnbrücke auf den letzten Filmmetern, genauso wie die erst ganz zum Schluß angeführte Thematik des 1982er Blade Runners - dies alles etwa in den letzten 20 Minuten, wo der Film tatsächlich interessant zu werden beginnt - das ist angesichts der Ödnis zuvor aber eindeutig zu wenig. 4 Punkte.