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Der Bandit Doc Snyder kehrt in seine Heimatstadt Texas zurück, um seine Mutter zu besuchen. Als er unterwegs eine Kutsche überfällt, verliert er seinen Sack mit Dreckwäsche und er bringt zudem auch noch den Nasenmann gegen sich auf, der ihm Rache schwört. Von seiner Mutter erfährt Doc Snyder, dass sein Bruder Hank im Gefängnis sitzt und bald am Galgen landen soll. Doc Snyder befreit ihn aus dem Knast, aber nach einem Banküberfall kommt es zu einer Schießerei mit dem Sheriff und sein dicker Bruder geht trotzdem drauf. Der Nasenmann ist mittlerweile auch so richtig sauer, weil Doc Snyder mit 20 Mark dafür gesorgt hat, dass ihm jemand in die Stiefel kackt. Und dann ist da noch Kommissar 00 Schneider, der sehr gut ist und jeden Fall löst... Dass Helge Schneider nach einigen Jahren als nischiger Unterhaltungskünstler in den frühen 90ern mit dem Liedchen "Katzeklo" einen Hit landen konnte und auf breiter Ebene einen Popularitätsschub erfahren hat, hat sicherlich den Ausschlag dafür gegeben, dass er mit "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" seinen (Anti-)Humor als Hauptdarsteller und Regisseur auch auf die Kino-Leinwand bringen durfte... und obwohl er sich dabei noch von dem in Sachen Inszenierung erfahreneren Ralf Huettner hat unter die Arme greifen lassen (müssen), trägt das fertige Ergebnis doch deutlich seine verschmitzte Anarcho-Handschrift. Zu behaupten, dass Helge Schneiders Art von Komik ein acquired taste und nichts für jedermann sei, ist eh schon die Untertreibung des Jahrhunderts, aber mit seinem filmischen Schaffen spaltet er sogar noch die Meinungen der eigenen Fan-Klientel. So gab es dann auch bis dato selten einen Streifen, der weniger Rücksicht auf das eigene Publikum genommen hat, als "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem", welcher als gänzlich inhaltsleere Pseudo-Western-Parodie auf so ziemlich alles verzichtet, was man gemeinhin mit dem Begriff "Film" assoziiert (und vor allem auf 'ne richtige Handlung und so'n Scheiss). Der unverholene Dilettantismus auf allen Ebenen - inklusive der offensichtlich versemmelten Outtakes, mit denen der Streifen vollgestopft ist und in denen sich Schneider & Co angesichts des verzapften Blödsinns selbst kaum das Lachen verkneifen können - ist da aber halt Teil des Konzepts und zu behaupten, dass das Ganze deshalb ein schlechter Film sei, spielt seinem Macher nur in die Hände, denn immerhin ist das fertige Ergebnis doch wohl künstlerisch zu 100% integer. Ha ha, Pech gehabt! Im Grunde genommen ist hier also wirklich jede Wertung möglich, bei mir war's - dieses Mal - 'ne 6/10. Fazit: Teils genialistischer Wirrsinn, teils dadaistisches Improvisations-Theater, amüsant und anstrengend.

6/10

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