Der Quedlinburger Sentner lieferte mit dem Actionfilm "Atomic Eden" die
ostdeutsche Independent-Antwort auf Chuck Norris, Seagal, Lundgren,
Schwarzenegger und Co. ab. Gut in seiner Action, mau in seinem
Schauspiel, lausig mit seinem Proll-Humor. Und doch trifft Sentner oft
den Ton der billig produzierten B-Film-Klopper aus den Staaten, die er
für diese Verhältnisse als Hommage schauwertig in Szene setzen konnte.
Im Vergleich zu den echten Kultfilmen kommt auch sein Film nicht heran,
doch die Verbeugung in Form einer rasant inszenierten C-Film-Sause kommt
bei mir als Konsument gut an. Leider ist die Geschichte zu dürftig,
einige Szenen sind in ihrer Form nicht gut gewählt, die Kamera nicht
immer originell, doch versteht es sein Macher sich in Kurzweil zu
versuchen und kann damit schwer punkten. Williamson bleibt dabei als
Zigarrenraucher (fast in jedem seiner letzten Filme quarzt er genüsslich
rum) und agiler Opi in Erinnerung, während der mimisch steife Mike
Möller mit seinem Körper alles zerfetzt, was sich ihm in den Weg stellt.
"Atomic Eden" ist reiner Fanservice, der sich auch als solcher
versteht. Fans der alten B-Film-Schule werden das mögen und lieben,
CGI-und Superhelden-Fans sollten das Weite suchen - und zwar ziemlich
schnell.