Review
von Blaine
Die Novizin Irene und Pater Burke werden vom Vatikan beauftragt, den Tod einer Nonne in einem Kloster in Rumänien zu untersuchen. Anscheinend hat sich die Ordensschwester selbst erhängt und wurde von einem örtlichen Bauern, der die Nonnen regelmäßig mit Nahrung versorgt, gefunden. Irene und Pater Burke sollen das Kloster beurteilen, ob dort immer noch heiliger Boden besteht oder ob der Tod der Nonne Ausdruck eines unsagbar Bösen ist. Denn der Ort scheint besessen zu sein, und deshalb müssen Irene und Pater Burke versuchen, dem Schrecken ein Ende zu bereiten...
Wertung:
Dies ist ein weiterer Film der "Conjuring-Reihe" und er liegt von seiner Handlung vor allen anderen Teilen. Die Figur, die hier auftaucht und die die Verbindung zu den anderen Filmen erstellt, ist die Nonne bzw. der damit verbundene Dämon Valak, der in "Conjuring 2" bereits seinen ersten Auftritt hatte. Allein die Gestalt an Sich erzeugt ein solch starkes Unbehagen und Grauen, dass bereits dadurch eine sehr gute Gruselatmosphäre erzeugt wird. Die Geschichte um diesen Dämon herum ist gut erdacht: Im Rahmen des zweiten Weltkrieges hat auch das Kloster Schaden erleiden müssen, und damit war der bisher eingesperrte Dämon frei, so dass er sich dem Kloster bemächtigen konnte.
"The Nun" kann zwar als einzelner Film angesehen werden, allerdings tauchen gerade am Ende mehrere Informationen auf, die bereits in "Conjuring" verarbeitet worden sind. Der Überraschungseffekt ist dementsprechend größer, wenn zumindest diese Filme erst gesehen werden.
Die Effekte im Film sparen zum einen nicht mit Grausamkeit und zum anderen auch nicht mit Schockmomenten, so dass man sich auch als abgehärteter Horrorfilmfan ein ums andere Mal erschreckt. Teilweise weiß man sogar, was passieren wird, aber man erschreckt sich trotzdem. An anderen Stellen weiß man es nicht, aber es ist genau das, womit der Film spielt und weshalb ich ihn für äußerst gelungen halte. Das ist sogar noch extremer als bei "Conjuring" und "Conjuring 2", weshalb ich "The Nun" auch als besseren Film empfinde. Das kirchliche Setting kann man mögen oder auch nicht, das ist manchmal nicht jedermanns Sache. Ich finde es absolut passend zur Gesamtatmosphäre des Films.
Die Schauspieler sind mir nicht näher geläufig gewesen. Auch hier zeigt sich weiterhin James Wan für die Produktion verantwortlich, der damit auch weiterhin für eine gewisse Kontinuität sorgen kann.
Was man "The Nun" ankreiden kann, ist die Reduktion auf seine Schockmomente. Die Handlung hätte an der einen oder anderen Stelle etwas ausgefeilter sein dürfen. Allerdings brauche ich das für einen Gruselfilm, wo die Atmosphäre absolut stimmig ist, nicht unbedingt. Und deshalb gebe ich dem Film aus meiner Sicht auch verdiente 09/10 Punkte. Für mich war es einer der "erschreckensden" Filme der letzten Jahre.