Unter der Führung des jungen Ethan (Thomas Mann) machen einige Freunde nachts heimlich Physik-Experimente im Schullabor - es geht um drahtlose Stromübertragung durch ein starkes Magnetfeld, z.B. um Handies etc. automatisch aufzuladen. Leider misslingt das Experiment, mithilfe einer schnelldrehenden Apparatur eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen - stattdessen müssen die Schüler vorzeitig verschwinden, da die herausgeflogene Sicherung des stromintensiven Experiments einen Alarm ausgelöst hat. Ethans physikalische Ambitionen erfahren dann zusätzlich einen herben Dämpfer, als kurz danach seine Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen und er sich als Ältester um seine beiden jüngeren Geschwister Matt (Percy Hynes White) und Becca (Kate Moyer) kümmern muß. Dennoch läßt ihm seine selbstkonstruierte Maschine keine Ruhe und schon bald wirft er sie wieder an. Strom läßt sich dabei immer noch nicht übertragen, aber im Kraftfeld entstehen seltsame Schatten - Geister verstorbener Menschen scheinen dadurch aufzuerstehen, die sich schon bald im Alltag unangenehm bemerkbar machen...
Hinter dem einfallslosen Titel Our House verbirgt sich ein unspektakuläres Mystery-Drama, das sich sehr viel Zeit nimmt, seine drei Hauptcharaktäre vorzustellen - angenehmerweise handelt es sich dabei um drei wirklich absolut normale Kids, die nach dem Verlust der Eltern ihr Leben meistern müssen und zu denen man schnell einen Draht aufbauen kann. Das ist auch notwendig, denn für die Darstellung der seltsamen Erscheinungen wie das selbsttätige Umstellen des Tageskalenders oder das Schweben einer Puppe im Kraftfeld nimmt sich Our House sehr viel Zeit, kommt aber lange Zeit nicht auf den Punkt, was die Ereignisse eigentlich auslöst. Erst ganz zum Schluß nimmt die Geschichte ein wenig Fahrt auf, als der neugierige Nachbar das Maschinchen kurzerhand kapert um seinerseits mit Geistern Verstorbener in Erscheinung zu treten. Trotz einiger dramatischer Momente gibt es dann jedoch ein erwartbares Happy-End und der Film endet ebenso unspektakulär, wie er begann.
Die Erwartungen der Horrorfreunde werden leider weitgehend enttäuscht, denn trotz der aus Conjuring oder Poltergeist bekannten Thematiken beschränkt sich die Darstellung der Geister auf zerfließende Schatten und dunkle Hände aus dem Nichts, die die wackeren Geschwister mal kurz festhalten, aber das fast schon familienfreundlich zu nennende Drehbuch beläßt es bei diesen kurzen Momenten, die darüber hinaus auch keine weitere Aufklärung nach dem wer-wieso-warum erfahren. Die benutzten CGI-Effekte fügen sich unauffällig ein, wie auch die ruhige Bildführung für eine dem Rahmen angepasst dezente Gruselatmosphäre sorgt. Selbstredend fehlt auch jeder physikalische Hintergrund zu der selbstkonstruierten Maschine, lediglich erwähnt wird, daß Ethan sie zusammen mit seiner hübschen Freundin Hannah (Nicola Peltz) gebaut hat.
So bleibt Our House dann spannungstechnisch weit hinter seinen Möglichkeiten und punktet hauptsächlich durch die Natürlichkeit seiner Darsteller - 5,51 Punkte.