Ich bin mit der Originalserie aufgewachsen.
Es wäre fatal, ins gleiche Horn zu stoßen und HALLOWEEN (2018) zu lobpreisen.
Alteingesessene Fans sehen keinerlei Innovationen in der Storyline. Das mag bei einem Slasher keine Rolle spielen, denken jetzt viele. Ich sehe das anders.
Natürlich rührt es das Fan-Herz, wenn die Neuverfilmung mit huldigenden Szenen bestückt ist, die an Carpenters Altwerk erinnern.
Doch das Altwerk ist aus dem Jahre 1978, und es ist fraglich, ob man die "Junge Generation von Horrorfans" mit dem Style der 1980-er-Jahre restlos überzeugen kann.
Was bleibt ist die Optik, die Inszenierung und die Voraussehbarkeit in den leider üblichen Grenzen des Genres. Selbst die Charaktere verhalten sich noch genau so wie vor 40 Jahren! Das kann doch nicht der Ernst der Drehbuchautoren gewesen sein, oder?
So zünden die wenigen Gags kaum gut. Der Gewaltgrad ist stimmig (16-er, ohne Probleme), doch man hat das alles schon zigfach in allen anderen HALLOWEEN-Filmen und hunderttausend anderen Abkömmlingen millionenfach gesehen!
Gut gemeint, wenn man versucht hat, dass Thema zu reanimieren. Pluspunkte sammelt Oldstar Jamie Lee Curtis, die wirklich gut spielt und deutlich die Zügel in der Hand hält. Das übliche "Kanonenfutter" hat seine Schema-F-Auftritte und verschwindet wie eh und je sang- und klanglos von der Bildfläche.
So bleiben bei mir zwiespältige Gefühle. Einerseits ist HALLOWEEN (2018) nicht schlecht, andererseits ist der Film für mich nicht das "Feuerwerk", dass er hätte sein können. Vielleicht zündet ja ein zweiter Teil! Dies war bei mir bei der Originalserie übrigens ebenso. Dort finde ich den Zweiten ebenfalls um Klassen besser als den Ursprungsfilm. Geschmäcker sind eben verschieden - auch bei Horrorfilmen. Wohl bekomm's trotzdem!