Mir hat er überraschend gut gefallen, aber vielleicht ist die Zielgruppe das Problem.
Der Streifen gibt sich alle Mühe, sowohl Halloween an ein modernes Publikum anzupassen -was ihm gut gelingt - als auch dem Original immer wieder seine Referenz zu zollen. Zweiteres scheint das Probem zu sein wenn ich mir die bisherigen Bewertungen ansehe. Traditionalisten und Puristen tun sich offenbar mit der Akzeptanz des Filmes schwer.
Ich gehöre jedoch eher zur ersten Gruppe und mir gefielen exemplarisch:
- der düster, moderne Stil, der in eine ähnliche Kerbe wie Joker oder die letzte Batman-Reihe schlägt
- die Farben (Argento und Bava Anhängern sind die oft schon 10 Punkte wert, egal welcher Murks die Story ist)
- Maikel agiert etwas weniger als in älteren Teilen, gleichzeitig wirkt er partiell verwundbar. Der Film spielt mit dem Klischee seiner Langsamkeit in etlichen Szenen und auch mit der Erwartungshaltung der Zuschauer
- nervige Protagonisten werden oft scheinbar gerade deshalb eingeführt, um einen möglichst brutalen Tod zu sterben. Hier schreckt der Film auch - untypisch für einen US-Film- vor dem Tod kleinerer Kinder nicht zurück.
Weniger gut gefallen haben mir:
- einige Logiklöcher
- der Schluss hat mich nur teilweise überzeugt und war mir zu gedoppelt. Mir hätte es besser gefallen, wenn man statt den beiden gezeigten Dinge (ich will hier nicht spoilern) sich nur für eines von beiden entschieden hätte.
- dass Maikel immer wieder andeutungsweise als Mensch gezeigt wird. Gleichzeitig versucht man aber an der Version des "reinen Bösen" und des "schwarzen Mannes" festzuhalten. Wie glaubwürdig das in der gesamten Reihe war sei mal dahingestellt. Die Idee vom "scharzen Mann" mag ich, dass dieser aber in einem psychopathischen Jungen wohnt schon deutlich weniger. Aber ich habe auch mit Freddy Krüger gewisse Logikprobleme.
Sei es um die innere und äußere Logik. Das was man will bekommt man hier: einen düsteren Slasher mit einigen guten, kleinen Wendungen, schönen Farben und Atmosphäre und einem passablen Schluß, der sich Saw-mäßig einige Türen offen lässt, um die Reihe noch weiter zu melken.
Da die beiden Damen auf der Seite des Guten aber sympathisch sind, man sich Mühe gibt an den ganz frühen Kult anzuknüpfen (das muss bei mehr Filmen der Weg sein. Statt 1000 Reboots einfach einige unnütze Fortsetzungen für ungültig erklären und am Kultoriginal andocken) und die Unterhaltung stimmt, halte ich es für nicht angebracht den Film punktemäßig abzustrafen.
Ich vergebe gute 7,5 Punkte und eine Empfehlung sich bei Dunkelheit einen netten Abend mit dem Streifen zu machen. Am besten keine Erwartungen haben und sich einfach von diesem gelungenen modernen Slasher berieseln lassen ohne den Streifen tot zu sezieren (was Logik etc. angeht).