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Ito hat die Triaden verraten, denn er hat ein Mädchen verschont, das hätte beseitigt werden sollen. Nun muss er sich einer Horde Schergen erwehren, die man ihm auf den Hals hetzt, findet aber auch Verbündete.

Die Geschichte ist simpel, große Verwicklungen oder Twists gibt’s nicht, es bleibt ziemlich geradeaus. Denn der von Timo Tjahjanto geschriebene und inszenierte Film kümmert sich lieber um ausufernde Actionsequenzen. Die sind das Herzstück von „The Night Comes for Us“ und mit diesem Pfund will und kann Tjahjanto (meistens) wuchern. Gibt es ab und an mal Schießereien, so bekommt man überwiegend Martial-Arts-Kloppereien & Co. serviert. Diese sind nicht durchgestylt, dafür roh und mitunter schmerzhaft anzusehen, an der Gewaltschraube wird hier immer wieder mal gedreht. Zimperlich ist anders und dazu geht es recht übersichtlich zu. Kein Schnittmassaker, man ist immer im Bilde. Diese Sequenzen sind mitunter auch recht lang, sodass sich da einerseits niemand beschweren dürfte, andererseits wird das aber auch mal ermüdend. Schließlich geht der Bums hier auch seine zwei Stunden und dramaturgisch ist das weder spannend, noch baut sich irgendeine emotionale Bindung auf.

Insgesamt ist Tjahjantos Werk eine humorfreie Sache, trotz kleiner Aktionen, die dennoch mal schmunzeln lassen. Auch der Cast spielt das teils stoisch runter, neben Joe Taslim als Ito fallen da noch Iko Uwais und Julie Estelle auf. Der Großteil des Ensembles besteht aber gefühlt aus Kanonenfutter, das reihenweise vermöbelt und ins Jenseits befördert wird. Fairerweise greifen die Minions den Helden aber brav nach der Reihe an, denn es fällt schon oft auf, dass dieser sonst ziemlich schnell im Eimer wäre. Technisch ist das auf anständigem Niveau, die Kamera ist gerne dabei, hält drauf und mag's brachial.

Insgesamt ist das schon ein sehenswertes Brett, das hier kredenzt wird. Die simple Geschichte und fehlende Emotionalität gepaart mit der Laufzeit wird durch die wenig zimperlichen Kloppereien gerettet, die in mehr als ausreichender Minutenanzahl hier über die Mattscheibe flimmern. Und wegen diesen kann man sich die zwei Stunden mal geben, denn alles dazwischen ist letztlich nur dafür da, diese Sequenzen zu verbinden.

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