Review

iHaveCNit: 25 km/h (2018)

Der Abschluss in meinem Filmjahr 2018, was das deutsche Kino anbelangt, ist nun der neue Film von „Simpel“ und „Friendship“-Regisseur Markus Goller mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel in den Hauptrollen. „25 km/h“ ist ein klassischer deutscher Roadmovie mit all den Genrestandards, der jedoch weitaus mehr ist als das und mir richtig gut gefallen hat.

Georg und Christian waren einst unzertrennliche Brüder, doch beide haben sich mittlerweile schon sehr lange voneinander entfernt. Während sich Georg als Tischler im Geburtsörtchen Löchingen im Schwarzwald um den krebskranken Vater bis zu dessen Tod gekümmert hat jettet der Workaholic Christian um die Welt und reist von Singapur aus zur Trauerfeier verspätet an. Das veranlasst Georg erstmal seine Trauerrede zu unterbrechen und sich eine Rauferei mit Christian zu liefern. Die angestaute Wut hält an, bis sie zufällig auf einen Jugendtraum stoßen, den sie bis jetzt nicht umgesetzt haben. Beide beschließen sie trotz anfänglicher Zweifel sich auf ihren Mofas in Bewegung zu setzen um im Ostsee auf Rügen in die Ostsee zu pinkeln.

Roadmovies erfreuen sich in Deutschland einer bestimmten Beliebtheit. Man kann hier Coming-Of-Age-Storys, Familiendramen, Komödien und Selbstfindungstrips perfekt miteinander verbinden und episodenhafte, eigentlich in sich weniger stimmige Story-Elemente aneinanderreihen, um damit eine stimmige Geschichte erzählen. Genau das bekommen wir auch in „25 km/h“ serviert. Und ein Großteil der episodenhaften Elemente des Films sind in sich stimmig genug und nur wenige dieser Elemente wirken extrem überzeichnet. Unabhängig davon, ob die einzelnen Elemente und Stationen des Films nun glaubwürdig sind muss man sich im Sinne der Story ins Gedächtnis rufen, dass dies eine Idee von 2 Brüdern im Kindheitsalter gewesen ist, die sich eben einiges an kreativer Freiheit und Fantasie genommen haben. Da kann es teilweise zu ein paar absurden und skurrilen Szenen kommen. Aber darum geht es eigentlich hier weniger. Es geht hier um ein Wiedersehen zweier Brüder, die in ihrem Leben aktuell gefangen sind und einen Weg in die Freiheit zurückfinden. Und hier funktionieren Lars Eidinger und Bjarne Mädel aus Brüderpaar perfekt. Der Humor passt und sowohl im Humor als auch den eher ernsteren Dialogen steckt eine Spur Authentizität und Ehrlichkeit. Auch wenn der Film natürlich hin und wieder sehr ruhig vor sich hin plätschert hat er mir super gefallen und mich gut unterhalten.

„25 km/h“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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