„The Package“ umschreibt noch relativ neutral, worum es in der Komödie des Regisseurs Jake Szymanski rund 94 Minuten lang wirklich geht: Um einen abgetrennten Penis.
Folgerichtig dreht sich vieles um Bereiche unterhalb der Gürtellinie, wobei es erstaunlicherweise nur sehr wenige Momente zum Fremdschämen gibt.
Eigentlich wollten die drei High School Kumpels Sean, Donnie und Jeremy zu Spring Break ein Männercamping veranstalten, doch kurzerhand gesellen sich Jeremys Schwester Becky und ihre Freundin Sarah dazu. Nach einem ordentlichen Saufgelage tief im Wald, muss Jeremy austreten und spielt während dieser Situation mit seinem neuen Klappmesser, was mit einer unfreiwilligen Entmannung endet. Den Freunden bleibt nicht viel Zeit, das gute Stück zu finden und es rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen…
Außerhalb eines Pornos hat man wohl selten so oft Schwanz im Film gesehen, allerdings ohne Körper dran und in einigen Situationen in einem bemitleidenswerten Zustand. Dass sich bei einem derartigen Sujet die Publikumsgeister scheiden werden, liegt auf der Hand, denn reichlich skurril, schlüpfrig und infantil geht es da durchaus zur Sache.
Immerhin steigt die Erzählung flott ein und präsentiert uns nicht die üblichen Kataloggesichter gängiger Teenkomödien, sondern einigermaßen markante Erscheinungen. Obgleich sich bei anbahnenden Beziehungskisten im Verlauf einige Klischees und Vorhersehbarkeiten häufen, stimmt die Chemie in der Truppe, was sich positiv aufs Timing auswirkt, speziell bei einiger trockner Situationskomik.
Und da es dem Titel gemäß um ein Gesamtpaket geht, wird die Handlung eine ganze Weile in zwei parallel ablaufende Ebenen gesplittet: Einerseits das Abenteuer, den abgetrennten Eumel vor Ablauf von zwölf Stunden ins Hospital zu bringen, andererseits der wartende Patient, dem Ärztin Darlene mit deutlichen Worten und ohne einen Hauch von Empathie klarmacht, wie schlecht die Chancen für Jeremy und sein Original stehen.
Selbstverständlich kommt es im Verlauf des bizarren Unterfangens zu Aktionen nah an der Schmerzgrenze, etwa, als eine Klapperschlange in dem Ding ihr Gift absondert und jemand meint, dieses natürlich aussaugen zu müssen. Als sich zum Finale ein weiterer Schwanzpatient mit entsprechender Freundin zur Szenerie gesellt, driftet die Chose gar ins Groteske ab, bevor man sich für die letzten Minuten wieder fängt.
Ob ein Absturz vom Abhang in Zeitlupe, die folgenschwere Begegnung mit einem frechen Elfjährigen oder die Tatsache, dass man „Oops!...I Did It Again“ von Britney Spears selten so bewusst unmotiviert vorgetragen hören durfte (in zwei unterschiedlich schlimmen „Versionen“), - der Klamauk bereitet erstaunlich gute Laune und bringt eine ordentliche Handvoll Gags is Ziel, obgleich einige Schwanzsituationen nah an der Grenze zum völlig Debilen liegen.
Wenn jemand in die Menge ruft „Der Penis ist da!“ als würde Nonna rufen „Miracoli ist fertig“, dann findet man das entweder albern und dürfte während der kompletten Vorstellung keinen Spaß haben oder es zündet eben und man bekommt mit „The Package“ komplett anspruchslosen, jedoch vergnüglichen und meist sympathischen Schabernack präsentiert.
6,5 von 10