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Horror-Mehrteiler die fürs Fernsehen gemacht wurden, sind seit jeher ein Quotengarant. Vor allem wenn der Name Stephen King draufsteht, waren die Straßen von Amerika leer gefegt. Was aber auch kein Wunder ist, so bilden doch Filme wie "The Stand", "Rose Red" oder "Storm of the Century" wirklich gute Gruselunterhaltung. Vor allem Letzterer ist in punkto Spannung und Atmosphäre kaum von anderen TV-Filmen zu überbieten. Logisch, dass an diesem Erfolgsrezept auch andere Macher ein Stück vom Kuchen abhaben möchten. So auch das britische Studio Bluebook Films, das mit "Die unheimlichen Besucher" ebenfalls einen TV-Zweiteiler herausbrachte, der sich mit mysteriösen Begebenheiten und unfassbarem Horror beschäftigt. Leider aber ist "The Uninvited" nicht viel mehr als ein durchschnittliches Plagiat geworden, das größtenteils eher langweilt als erschreckt.

Dabei besitzt die Story durchaus Potenzial für spannende Gruselunterhaltung. Der Reporter Steve beobachtet eines Tages einen schrecklichen Unfall, bei dem der Fahrer ums Leben kommt. Doch schon am nächsten Tag steht der angeblich Verblichene quicklebendig vor ihm. Von der Aufklärung dieses merkwürdigen Vorfalls vorangetrieben, macht sich Steve an die Recherchearbeiten, die ihm ein gar grausiges Geheimnis offenbaren. Aliens möchten, wieder einmal, die Erde an sich reißen. Kann er sie noch aufhalten?... Zugegeben, sonderlich innovativ klingt die Geschichte auf Anhieb nicht gerade, doch für spannende Unterhaltung auf TV-Niveau könnte sie durchaus gut sein. Auch einige Ideen hier und da, vor allem was die schlussendliche Aufklärung des ganzen Falls angeht, können überzeugen. Z. Bsp. ist da ein Wink mit dem Zaunspfahl, dass wir für die Alien-Invasion ganz allein verantwortlich sind, der durchaus zu überzeugen weiß. Das man dabei natürlich auf Logik nicht viel Wert legen darf, ist klar, doch im Groben könnte man durchaus damit zufrieden sein.

Leider aber zieht sich der Film spürbar in die Länge. Die vielen Wirrungen und Wendungen, sowie das ganze drum und dran der Invasion, werden leider in recht müßigem Gang aufgeklärt. Die Erklärungsversuche enden leider viel zu oft in aufgeblähten Dialogen, die den Zuschauer mehr langweilen als interessieren. Wirkliche Action gibt es nur selten, vor allem im ersten Teil ist, nach dem anfänglichen Unfall, wirklich nichts mehr davon zu spüren.

Erst die letzten 40 Minuten können dann endlich für die spannende Unterhaltung sorgen, die man sich schon von Anfang an gewünscht hätte. Es gibt eine recht hübsche Verfolgungsjagd zu betrachten und auch der Showdown weiß zu überzeugen. Und auch die wenigen, wirklich cleveren Ideen des Films, stecken vor allem in den letzten Minuten. Und das Happy End, das in Wirklichkeit gar keines ist, runden das alles in allem dann allerdings doch etwas zu kurz geratene Finale, noch zusätzlich ab. Warum nicht von Anfang an so?

Was die Inszenierung angeht, so wird typische TV-Kost geboten. Die Kulissenauswahl geht soweit in Ordnung, Kamera und Regiearbeit sind ganz solide. Bei den Spezial und Make-Up-Effekten merkt man allerdings, das man es eben doch "nur" mit einem TV-Film zu tun hat. Und auch der Score ist nicht ganz das Gelbe vom Ei. Alles in allem ist das Gebotene aber noch akzeptabel.

Das gilt auch für die Darsteller, die ebenfalls solide TV-Kost abliefern. Keiner sticht hier sonderlich hervor, weder im positiven noch im negativen. Nicht unbedingt Kinoreif, aber fürs Fernsehen reicht es allemal.

Fazit: Durchschnittliches TV-Mysteryspektakel von der Stange, das zwar durchaus mit einer annehmbaren Story aufwarten kann und auch für die ein oder andere nette Idee gut ist, aber unterm Strich doch viel zu aufgebläht und langgezogen wirkt, als das es in irgendeiner Weise einen Vergleich zu den Stephen King-Mehrteilern würdig wäre. Wer gruselige TV-Mehrteiler mag und sich nach 2 1/2 eher langatmigen Stunden dann doch noch auf 30 Minuten Hochspannung freuen kann, der darf mal einen Blick riskieren. Alle anderen bleiben aber lieber beim wesentlich besseren King!

Wertung: 5/10 Punkte

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