Review

Nicht nur der Titel weist Ähnlichkeiten zu „Tales from the Crypt“ auf, denn auch im Vorliegenden handelt es sich um lose miteinander verknüpfte Kurzgeschichten, die mehr oder minder dem Horrorgenre untergeordnet sind. Nur leider zündet von denen keine so richtig.

Die Rahmenhandlung bildet die Geschichte um den Unternehmer Beach, der Amerika mit seiner Erfindung Robo Patriot sicherer machen will. Um ihn mit Informationen zu füttern, wurde Geschichtenerzähler Simms (Keith David) eingeladen, welcher vier Anekdoten ausplaudert:

„Good Golly“ handelt von einem Museum, welches die Zeit der Sklaverei thematisiert. Hierher verschlägt es zwei Schülerinnen, die es auf eine bestimmte schwarze Puppe abgesehen haben. Nachts brechen sie ein, doch dann wendet sich das Blatt.
Ein interessanter Einstieg, dessen Gesellschaftskritik zwar mit dem Holzhammer daher kommt, doch gegen Ende gerät die Chose herrlich trashig und auch ein wenig garstig.

In „The Medium“ wenden sich drei Gauner an einen Hellseher, um das Versteck einer Beute herauszufinden. Doch der Hellseher, der eigentlich als Scharlatan im TV unterwegs ist, erhält plötzlich übersinnliche Fähigkeiten.
Die Story benötigt eine Weile, um nach einer kleinen Foltereinlage zu einer Groteske umzuschwenken. Der bis dato schmierig erscheinende Hellseher schlüpft in andere Körper, spricht mit fremden Stimmen und hat sichtlich Freude im Umgang mit den Kriminellen, was durchaus für kleinere Schmunzler sorgt.

„Date Night“ bildet die kürzeste, jedoch auch schwächste Kurzgeschichte. Zwei Typen wollen zwei Mädels in ihrem Domizil klarmachen und mixen Betäubungsmittel in die Drinks. Doch der Plan geht nicht auf.
Schwache Mimen, lieblose Ausstattung und eine lahme Pointe sorgen nicht gerade für Freude, zumal das Treiben weitgehend blutleer bleibt.

Die vierte Geschichte thematisiert erneut Rassenprobleme in den USA, als ein Wahlkampfbeauftragter mit einem Jungen aus längst vergangenen Tagen konfrontiert wird. Er muss sich seinem Gewissen stellen und eine Entscheidung fällen, die einem der beiden das Leben kosten wird.
Mit Horror hat dieser Part rein gar nichts zu tun. Eher ist es ein Drama mit leichten Mystery Elementen, welches gegen Ende arg auf der Kitschschiene fährt.

Zum Schluss wird die Rahmenhandlung zu Ende gebracht, als Robo Patriot der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, was selbstverständlich nach hinten losgeht.
Ein passabler Ausgang, der allerdings auch die latente Ideenlosigkeit unterstreicht, denn überrascht wird man mit keiner Story.

Insgesamt hält sich die Spannung in Grenzen, die Ausstattung fällt allenfalls zweckdienlich aus, gleiches gilt für Score und Darsteller. Mit 100 Minuten ist die Anthologie ein wenig zu lang geraten, die alles in allem nur leidlich unterhält, da kein Segment übermäßig positiv hervorsticht und bei alledem der Humor zu kurz kommt. Für beinharte Genrefans noch okay, aber deutlich von einer klaren Empfehlung entfernt.
4,5 von 10

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