Shane Black ist kein Unbekannter im Franchise um den außerirdischen Jäger. Im Erstling „Predator“ (1987) stand er neben Arnie noch mit vor der Kamera, im vorliegenden vierten Teil der Filmreihe übernahm er den Regieposten und schrieb am Drehbuch mit. Und ist somit mit Co-Autor Fred Dekker für den (bis dato) Tiefpunkt der Serie verantwortlich.
Wieder kommt ein Yautja auf die Erde, diesmal jedoch verfolgt von einem Kollegen. Sein Schiff stürzt ab und er trifft auf den Scharfschützen McKenna, der gleich einen Teil seiner Rüstung stibitzt. Clever wie er ist, schickt dieser die Utensilien auf dem Postweg nach Hause, wo sich Sohnemann der Sachen bemächtigt. Und so ist nicht nur bald ein Alien hinter diesem her, sondern auch eine Regierungsbehörde.
So in etwa. Was folgt, ist ein schlecht aufgebauter und ausgefüllter weiterer Film um das bekannte Alienviech, hier in einer dem deutschen Titel entsprechenden aufgepimpten Variante. Weil Weiterentwicklung. Sagt eine der Figuren mal im Film. Aber bis dahin war mir das alles schon völlig egal. Denn leider ist Blacks Eintrag grober Unfug.
Ohne Gespür für einen sich selbst tragenden Aufbau wirft einem das Skript Sequenzen mal vor die Füße. Diese kranken zuvorderst an einem komplett uninteressanten Ensemble. Es gibt keine Figur, die sympathisch wirkt, alle labern permanent pseudocoolen Mist und ich war über jeden Abgang erleichtert. Das hohle Gehabe geht schnell auf die Nerven und es wird auch nicht besser, dass man jedem Charakter noch irgendeine eindimensionale Eigenschaft verpasst. Ich vermute, die Dialoge sollten witzig sein, bin mir aber nicht sicher. Wenn dann selbst das Titelmonster mitmacht (Daumen hoch), gebe ich eben auf, es fühlt sich im eigenen Franchise eh nur wie eine Nebenfigur an. Mag man nun sagen, dass es im Original auch nicht viel Screentime hatte – stimmt. Aber es war trotzdem ab einem gewissen Punkt immer präsent und spürbar.
Es dauerte auch eine Weile, bis mir bewusst wurde, was mich an den Actionsequenzen, von denen es ja doch ein paar gibt, störte. Warum sie so ungelenk wirkten und keinen Treffer landeten. Neben den mäßigen Effekten aus dem Rechner liegt es einfach daran, dass die teilnehmenden Figuren nicht eingebunden wirken. Es fühlt sich nie wie eine richtige Interaktion zwischen den beiden Parteien an, man krawallt aneinander vorbei. Und so verpufft selbst manch nette Idee. Wie erwähnt reißt man ebenso optisch nicht viel, auch hier wird’s zu sichtbar digital. CGI-Blut, -Explosionen, -Predator. Und dessen Hunde, die ziemlich nutzlos sind.
Wenn am Ende, nach einer bemüht auf eine Fortsetzung schielenden Endszene, kurz Alan Silvestris Hauptthema angespielt wird, kommt Wehmut auf. Und die macht das zuvor Gesehene nur noch umso ärgerlicher.
Kein Upgrade, sondern ein Haufen depperter Figuren in einer zusammengestümperten Geschichte, die weder Fluss hat, noch der Titelfigur gerecht wird.