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Leben am Limit - so lautete vor kurzem eine mehrteilige Spielfilm-Serie im Fernsehen, wo auch dieser interessante Film zu sehen war. Leben am Limit - oder auch darüber hinaus, wie die Hauptperson in diesem packendem Drama über den Bankangestellten Mahowny, der der Spielsucht verfallen ist. Um diese zu finanzieren, begeht er Kreditbetrug, indem er Kredite an fiktive Geschäftspartner ausgibt, über die abgehobenen Gelder verfügte er selber und überzog die Konten bis zum Anschlag. In den Casinos von Atlantic City ist er Stammgast, hatte er mal etwas auf der Habenseite verbucht, verspielte er diese Summe dennoch in kurzer Zeit wieder, der typische Teufelskreis einer Spielernatur schließt sich. Seine Freundin Belinda merkt nichts davon. Als sich Mahowny offenbart, ist es längst zu spät...

Dieser wahre Fall aus den 80ern ist mit sehr viel Tiefgang und ohne Effekthascherei verfilmt worden - ein seltener Fall heutzutage. Dabei ist die Präsenz von Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle schier erdrückend, diese Gefühl strahlt auf die ganze Atmosphäre des Films ab. Zudem ist alles Grau in Grau gehalten, die ganze Handlung scheint im düsteren Herbst und Winter zu spielen. Die erschreckenden Gleichgültigkeit, mit der Mahowny immer mehr Geld verzockt und weiter in die Schulden getrieben wird, nervt den Zuschauer zusehends, fast will man ihn selbst vom Spieltisch zerren. Er jedoch bleibt dabei stets wortkarg, kaum bringt er mal was über die Lippen, merkt man stets seine innere Zerrissenheit und seine geistige Abkehr von seiner Umwelt. Man fragt sich dann auch, warum seine Freundin überhaupt noch zu ihm hält, denn das Leben an seiner Seite gerät immer mehr zu einer Farce.

Nachdem Telefonate abgehört wurden und die Bank nun doch feststellte, dass ca. 10 Mio. fehlen, wird Mahowny verhaftet. Hier empfindet man fast ein bisschen Mitleid, aber auch Erleichterung, dass nunmehr alles vorbei ist, ein weiteres Indiz dafür, wie man als Zuschauer an den Geschehnissen regen Anteil nimmt...

Fazit: Ein intensiver Film für nicht jeden Abend, aber eine empfehlenswerte Charakterstudie eines Verlierers.

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