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Bei europäischen Produktionen traute man Jean-Claude van Damme stets ein wenig mehr zu, als nur durch körperliche Agilität zu glänzen, was ihm im Fall des selbstreflektierenden „JCVD“ eine Menge Anerkennung einbrachte. Auch bei der französisch-belgischen Produktion geht es mehr um eine Charakterstudie denn um Action, was Fans alter Schule sicherlich enttäuschen könnte.

Lukas (van Damme) arbeitet als Aufpasser in einem Nachtclub, als er einen ruppigen Gast harsch angeht. Er gerät ins Visier von Interpol und soll seinen neuen Arbeitgeber Jan (Sam Louwyck), der europaweit als Geldfälscher unterwegs sein soll, genauer in Augenschein nehmen. So gerät Lukas zwischen die Fronten und muss anbei seine achtjährige Tochter schützen…

Regisseur Julien Leclercq wählte für seinen Thriller eine bewusst ruhige Gangart, die er in überwiegend düstere Bilder taucht und in teils auffällig lange Kamerafahrten verpackt.
Die Titelfigur ist ein gebrochener Mann, der augenscheinlich noch immer unter dem Tod der Frau leidet und seiner Tochter mit viel Ruhe und Zuwendung entgegen kommt. Während er im Keller am Boxsack seinen Emotionen freien Lauf lässt, ist er im Job konzentriert und ein genauer Beobachter, der grundsätzlich nur wenige Worte verliert, was ihn insgesamt sympathisch erscheinen lässt.

Die überschaubare Story und das dazugehörige Personengefüge ist allerdings nicht sonderlich clever ausgearbeitet. Neben Bösewicht Jan gibt es noch Lisa, eine italienische Geldfälscherin, welche trotz sekundärer Funktionen stets ein wenig mehr Raum erhält, als andere Figuren.
Dabei bahnt sich weder eine Liebschaft an, noch beeinflusst sie das Geschehen maßgeblich.
So gehen einige Deals über die Bühne, während Lukas regelmäßig mit dem Polizeichef korrespondiert, nur lässt die Action lange auf sich warten.

Recht früh kommt es zu einer Prügelei, welche stellvertretend für ein Bewerbungsgespräch steht, es gibt Schüsse und eine Hatz im Parkhaus und ein paar Auseinandersetzungen zum Finale, wobei van Damme nie über Fausthiebe hinauskommt und auch sonst erinnerungswürdige Schauwerte ausbleiben. Etwaige Wendungen sind meilenweit gegen den Wind zu riechen und obgleich der Ausgang zufrieden stellt, wäre insgesamt etwas mehr Elan wünschenswert gewesen.

Insofern bleibt der große Wurf aus, denn für ein Drama mangelt es deutlich an Tiefe und Emotionen, im Bereichen des Thriller beschreitet man zu konventionelle und erahnbare Wege, wodurch stets Spannung auf Sparflamme gekocht wird. Die saubere Optik, der zumeist pulsierende Score und ein überzeugender van Damme bringen die Chose noch auf Mittelmaß.
5,5 von 10

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