iHaveCNit: Beale Street (2019)
08.03.2019
Für mich als Filmfan war die Nacht vom 26.02.2017 auf den 27.02.2017 eine Nacht, die ich nie wieder vergessen werde. Denn damals gab es die Oscars und einen der erinnerungswürdigen Momente der Oscargeschichte, die vor allem „La La Land“ und „Moonlight“ für immer verbinden werden. Musical-Klassiker und Hartes Milieudrama – so unterschiedlich beide sind, so großartig fand ich beide Filme. Dementsprechend war ich gespannt, was mich im Nachfolgewerk vom „Moonlight“-Regisseur Barry Jenkins, der Romanverfilmung des Romans „Beale Street Blues“ des afroamerikanischen Bürgerrechtlers James Baldwin erwartet. Vor allem, nachdem dieser Film auch ein paar Oscarnominierungen und nahezu alle Schauspielerpreise für Regina King als beste Nebendarstellerin an diesen Film gegangen sind. Und „Beale Street“ ist ein großartiger Film geworden, auch wenn mir persönlich „Moonlight“ eine Spur besser gefallen hat.
Tish und Fonny kennen sich seit ihrer Kindheit – und sie werden ein Paar, das gemeinsam große Träume verwirklichen will. Doch das gestaltet sich schwierig, denn Fonny ist unschuldig für eine angebliche Vergewaltigung einer Puerto-Ricanerin in den Knast gekommen. Da eröffnet ihm Tish, dass beide ein Kind erwarten und Sie trotz aller Umstände Fonny zur Geburt des Kindes aus dem Knast holen wollen.
„Beale Street“ ist ein wunderschöner Film. Die Inszenierung von Barry Jenkins und die audiovisuelle Umsetzung durch die wunderschön lichtdurchfluteten Bilder von James Laxton und die tolle Filmmusik von Nicolas Britell ist perfekt. Auch perfekt ist der emotionale Kern durch die Beziehung von Tish und Fonny, die toll von Kiki Layne und Stephan James gespielt werden. Auch wenn die Beziehung und deren Liebe ein wenig zu stark zelebriert wird, ist sie sehr gefühlvoll, ehrlich und poetisch ausgearbeitet worden. Gerade narrativ beginnt der Film ja bereits zu der Zeit, in der Fonny im Knast sitzt und ihm Tish die Schwangerschaft offenbart. Die Beziehung der Beiden wird in Rückblenden erzählt und darüber hinaus wird noch ein etwas leicht deplatzierter Nebenstrang über die Ermittlungen von Tishs Mutter, gespielt von der oscarprämierten Regina King, zum Beweis der Unschuld Fonnys eingebaut, der einen etwas aus der toll dargestellten Liebesgeschichte reißt – unabhängig davon wie toll Regina King hier aufspielt. Barry Jenkins beweist jedoch auch in der Darstellung der Lebenssituation der Afroamerikaner ein tolles Feingefühl und sorgt dafür, dass das Lebensgefühl sehr authentisch und ehrlich rüber kommt. Ähnlich wie die für Afroamerikaner damals in den 70ern so wie heute noch vorkommenden Hindernisse und Ungerechtigkeiten. Der Film liefert auch sehr viele tolle kleine Momente mit z.B. einem Dave Franco, einem Diego Luna und einem Brian Tyree Henry.
„Beale Street“ - My First Look – 9/10 Punkte.