Connecticut: Die verwitwete Vorstadt-Mutti und Haushalts-Vloggerin Stephanie Smothers und die mega-coole PR-Beraterin Emily Nelson lernen sich zufällig kennen, als sie ihre Söhne Miles und Ricky von der Grundschule abholen, und freunden sich während ausgiebiger Daydrinking-Sessions in Emilys Luxus-Hütte anschließend recht schnell miteinander an. Eines Tages bittet Emily Stephanie darum, dass sie Ricky von der Schule mit zu sich nach Hause nimmt, da sie verhindert ist... und verschwindet daraufhin spurlos. Nach einigen Tagen ohne jedes Lebenszeichen beginnt Stephanie, auf eigene Faust Nachforschungen über den Verbleib ihrer Freundin anzustellen und kommt darüber auch deren Ehemann, dem Schriftsteller Sean, näher. Ein paar Tage später erreicht die beiden die traurige Nachricht, dass Emilys Leiche aus einem See in Michigan gezogen wurde. Damit fängt der Trubel für Stephanie jedoch gerade erst an, denn von der Polizei erfährt sie, dass Sean kurz vor Emilys Verschwinden noch eine Lebensversicherung in Höhe von vier Millionen Dollar auf seine Ehefrau abgeschlossen hat... und Sohnemann Ricky behauptet auch nach der Beerdigung immer noch steif und fest, dass seine Mom ihn weiterhin besucht und schöne Grüße ausrichten lässt... Ein Hauch von Henri-Georges Clouzots Thriller-Klassiker "Die Teuflischen" - zumindest was die Zeichnung einer vermeintlichen Freundschaft zweier recht unterschiedlicher Frauen anbelangt - schwebt über Paul Feigs "Nur ein kleiner Gefallen", der sich gemäß des bisherigen filmischen Œuvres seines Machers allerdings standhaft weigert, jemals zu committen und sich auf klares Genre-Terrain zu begeben, sondern sich zunächst mehr auf das Zusammenspiel von Blake Lively und Anna Kendrick konzentriert und erst recht spät in seinen Kriminal-Plot findet. Während die Darstellerinnen am Set sichtlich 'ne gute Zeit hatten, muss das dem Zuschauer beim Ansehen allerdings nicht ebenso ergehen, denn tonal ist die Chose all over the place: Das an sich beinahe schon Hitchcock'sche Story-Konstrukt wird von Komödien-Regisseur Feig nämlich immer wieder absichtlich auf die lustige Schiene gedrückt und driftet zum Schluss hin von der sachten Satire fast zur Gänze in Richtung Farce ab... das kann man mögen, aber auch ebenso gut als unpassend empfinden, zumal die Unlogik der Handlung dadurch irgendwie noch mal so richtig herausgestellt und bewusst unterstrichen wird. Das Erzeugen echter Spannung ist übrigens mal so überhaupt nicht Feigs Sache, von daher ist es vorteilhaft, wenn man schon mal eine seiner reinen Comedies gesehen hat und zumindest einigermaßen sein Humor-Verständnis teilt, denn mit der anfänglichen Mondänität ist es da nämlich nicht mehr weit her (auch wenn hier niemand wie in "Brautalarm" in ein Waschbecken oder mitten auf die Straße kackt, danke dafür!). Was den Inhalt und die Machart an sich anbelangt, ist das Ganze jedoch eigentlich nur ein passgenau auf die weibliche Zielgruppe zugeschnittener Hausfrauen-Krimi... quasi ein mit Hollywood-Prominenz hochgejazzter Hallmark-Streifen. Aber dennoch: Ein Blick ist drin, denn Blake Lively ist mal wieder 'ne Femme fatale nach Maß und Anna Kendrick könnte ich mir auch in 'nem ganz anderen Quatsch ansehen (und hab' ich ja auch... hallo, "Twilight"-Saga!).
6/10