Bislang schien Skandinavien ein Garant für ordentliche Familienunterhaltung, wenn man bedenkt, welch liebenswerte Klassiker allein Schweden mit Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter hervorbrachte. Die Adaption der Buchreihe von Lene Kaaberbøl wurde indes übers Knie gebrochen und derart durch den Fleischwolf gedreht, dass kaum etwas zusammenpasst.
Als die zwölfjährige Clara von einer schwarzen Katze gebissen wird, kann sie fortan mit Tieren kommunizieren. Gleichzeitig taucht ihre bis dato unbekannte Tante Isa auf, die ihr die Aufgaben einer Wildhexe erklärt. Dafür bleibt nicht viel Zeit, denn die abtrünnige Hexe Chimera schmiedet finstere Pläne…
Wenn sich Schulalltag und Magie vermengen, mag man schon mal an die „Harry Potter“ - Reihe denken, doch so wirklich magisch geht es hier beileibe nicht zu. Zwar steigt die Handlung mit passablen Figureneinführungen rund um Clara, ihren Außenseiterfreund Oskar und dem ominösen Auftauchen der Tante ein, doch atmosphärischer wird es erst, als Clara bei Isa Unterricht erhält, was gemeinsam mit der gleichaltrigen Kahla vonstatten geht.
Diesbezüglich ist die einsame Waldhütte, umgeben von einer urigen Naturkulisse gut gewählt, die tierischen Bewohner der Hütte sind mindestens knuffig und ein Hauch von Humor weht durch die Behausung, als ein Huhn am Morgen durch Picken den richtigen Radiosender einstellt.
Ansonsten nimmt sich der Stoff allerdings sehr ernst und offenbart zu keiner Zeit den notwendigen Charme, um vollends bei Hauptfigur Clara zu sein.
Allein die Stationen des Hexenunterrichts wirken wahllos und keineswegs aufeinander aufbauend. Zudem ist die Antagonistin viel zu unfähig, um so etwas wie die Herrschaft der Wildhexen anzuvisieren, wenn sie noch nicht einmal imstande ist, mit einer Katze fertig zu werden. Das mangelnde Gespür fürs Timing macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn zwei durch eine düstere Höhle latschen und bereits wieder draußen sind, bevor sich überhaupt so etwas wie Spannung ergibt.
Sinnbildlich für das weitgehend uninteressante Unterfangen ist das Finale, welches innerhalb weniger Momente abgehandelt wird und bis auf etwas Rauch keine Schauwerte liefert.
Ansonsten sehen die wenigen Effekte solide aus, mal abgesehen von einer kurzen Begegnung mit einem Braunbären sind jedoch auch diesbezüglich keine Highlights auszumachen.
Allenfalls die versierten Landschaftsaufnahmen und der um zauberhafte Arrangements bemühte Score halten ein wenig bei Laune.
Obgleich die Wildhexe eigentlich für den Schutz von Fauna und Flora verantwortlich ist, hätte es hier deutlich magischer und lockerer zugehen müssen. Die Ansammlung umherlaufender Tiere, denen stets mit dem nötigen Respekt begegnet wird, können auch jüngere Zuschauer mitnehmen, der Anblick der bösen Hexe ist für Kinder unter sechs Jahren indes nicht empfehlenswert.
Ansonsten bleibt eine Verfilmung, die dem schlecht zusammen gebasteltem Drehbuch zum Opfer fällt. Die wenig charismatischen Mimen können da nichts kaschieren und selbst einige süße Tierchen scheinen letztlich nur Fassade für eine dünne Geschichte, der es an allen Ecken und Enden an Kurzweil mangelt.
4 von 10