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Bei „Frenzy“ handelt es sich nicht etwa um ein Remake des gleichnamigen Spätwerks von Hitchcock, denn das entspricht nicht so ganz den typischen Gefilden der Produktionsschmiede SyFy. Es geht mal wieder um Haie, genauer gesagt um ein Trio, welches sich auffallend synchron im Ozean bewegt. Immerhin können sie nicht fliegen, tragen keine Weihnachtsmützen und bestehen auch nicht aus jeweils sechs Köpfen.

Für ihren Videoblog gehen Paige und ihre Freunde oftmals ein hohes Risiko ein. Diesmal will sich die Gruppe um Neuzugang Lindsay an einen gefährlichen Tauchgang in einer Bucht wagen. Doch das Wasserflugzeug zerschellt nach einer Bruchlandung im offenen Meer und die wenigen Überlebenden sind rasch von weißen Haien umgeben…

Das Problem des eigentlichen Ein-Personen-Stücks umgeht die Erzählung durch diverse Flashbacks, zuweilen sogar gepaart mit Visionen und Alpträumen, was anfangs ein wenig Verwirrung stiftet. Lindsay steht bei alledem im Vordergrund und mausert sich vom zurückhaltenden Greenhorn zur kleinen Amazone, was irgendwann auch die Haie zu spüren bekommen und spätestens ab da wird es doch ein wenig trashig.

Dennoch wirkt das Setting weitgehend authentisch, denn es gibt kaum Studioaufnahmen und die exotische Kulisse sorgt für eine ansprechende Atmosphäre. Die Haie sehen recht ordentlich aus und nicht allzu häufig stören die CGI, welche eher zurückhaltend dezent eingesetzt werden. Einige Unterwasseraufnahmen können sich definitiv sehen lassen und auch die wenigen Gewalteinlagen wie abgetrennter Unterkörper, abgebissenes Bein und Fleischwunden sind überdurchschnittlich sauber in Szene gesetzt.

Dennoch hatten die Macher offenbar stets Spielbergs Meilenstein im Hinterkopf, denn es gibt zahlreiche Reminiszenzen, die bis zu einer Aktion im Finale reichen. Dabei müssen die Protagonisten einige Male in Windeseile vom Wasser herauskommen, während Gegenwehrmaßnahmen teils abstruse Formen annehmen, etwa durch eine Falle mit Felsbrocken an einem Seil. Auf Löwengebrüll seitens der Haie mochte man leider nicht verzichten und zuweilen färbt sich das Meer so rot, als wären gleich drei Fußballmannschaften gleichzeitig zerbissen worden.

Das beinahe latent flotte Erzähltempo hilft beim Überlebenskampf genauso wie der ordentlich antreibende Score und die passablen darstellerischen Leistungen, während die Haie fast gänzlich auf hanebüchene Aktionen verzichten und eine greifbare Bedrohung verkörpern.
Ein zuweilen sogar halbwegs spannendes Abenteuer, welches den Pendants von SyFys üblichen Haiterkeiten weit voraus ist.
6 von 10

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