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Irena besucht ihren Bruder in New Orleans. Sie sieht ihm zum ersten Mal, da sie in einem Waisenhaus aufwuchs. Doch die beiden verbindet ein schreckliches Geheimnis: Beide sind Katzenmenschen! Beim Geschlechtsakt verwandeln sie sich in Raubtiere um ihren Lover zu zerfleischen!  Nur zusammen könnten sie glücklich sein, doch Irena glaubt ihm nicht. Erst als sie sich in einen Zoodirektor verliebt, gerät ihr Leben auf die schiefe Bahn.

Auch wenn 1982 noch nicht der große Remakewahnsinn ausgebrochen war, entschloß sich Universal die 1942er Katzenmenschenvariante neu aufzulegen. Ohne diese zu kennen, hält sich die Neuverfilmung aber schon an einen eher altmodischen Stil, der Horror ist größtenteils unterschwellig, obgleich es durchaus splattrig wird, wenn der Leopard (lt. Film, meiner Meinung nach ist das ein Panther in Reinkultur, die Leos sind doch die gefleckten Exemplare, dachte ich), seine Pranken gegen Menschen einsetzt und dabei schonmal blutig einen Arm abreißt. Allerdings gibts es von solchen Szenen nicht mal eine handvoll zu bestaunen, umso überraschender sind sie dann.
Die ganze Erzählstruktur ist dabei auf Ruhe ausgelegt und überschreitet den Grat dabei doch das ein ums andere Mal, die Gesamtlaufzeit von knapp zwei Stunden ist deutlich zu lang bemessen, etwas mehr Straffung hätte dem Film nicht geschadet, ohne das wichtige Informationen verloren gehen würden. Der Großteil der Geschichte besteht aus reichlich viel Geflirte und Liebelei, was zwar den Schluß nachvollziehbar machen läßt, aber den Filmfluß dafür deutlich aufhält.
Die Darsteller leisten recht gute Arbeit, Nastassja Kinski macht auf nasty Kinski als zerbrechliche Frau die sich erst ihrer Art bewußt werden muß, Malcolm McDowell (den man hier kaum wiedererkennt mit seinem Junglook) ist eh Profi durch und durch und die Großkatze ist gut dressiert. Immerhin bekommt der Zuschauer gegen Ende sogar noch eine Verwandlungsszene zu sehen, die sich aber qualitativ nicht mit der aus dem zeitnahen Howling vergleichen läßt.
Weltbewegend ist Katzenmenschen jetzt sicher nicht, dafür bietet er zuviel Leerlauf und zu wenig Atmosphäre. Nett jedenfalls ist der Titelsong von David Bowie, aber sonst wird nicht wirklich viel geboten, was nach dem Abspann in Erinnerung bleibt.
4/10

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