Weiterführung einer kleinen Reihe von Period Piece Versatzstücken, die Filmemeacher Wong Jing seit wenigen Jahren wieder recht regelmäßig am unter die Zuschauer bringen und so die Nachfrage nach dessen Eskapismus am Bedienen ist. Angefangen hat dies nach einer Pause mit On His Majesty's Secret Service (2009), was über den ebenfalls noch besser produzierten Treasure Inn (2011) und dem verhältnismäßig aktionsreichen Princess and Seven Kung Fu Masters (2013) hier nun den Abstecher in den verbalen Sex Romp, die Klamotte um das Thema Mann und Frau und allerlei Zoten mit nur einem Thema im Sinn in die Abgründe der Kultur angelangt ist. Ein Sexfilm nicht in Bildern, sondern zumeist nur im gedachten Ansinnen und im Dialog, dessen Handlung keinen Deut wert ist und leider im Humor auch nicht so wirklich die Fahnen, eher die Kunst der ewigen Wiederholung von Gags in der Brachialmethoden hochhält:
Bei einem Überlandflug mit einer Passagiermaschine werden die Piloten Captain Cool [ Chapman To ],Sam Tong [ Lam Tze-chung ] und Guy [ Dominic Ho ] aus dem Flugzeug hinaus und in Ming-Dynastie zurückgebeamt. Nach einem kurzen Schock darüber können sich die drei befreundeten Womanizer allerdings mit der neuen Situation bestens anfreunden und schleichen sich in Ort und Zeit angepasster Verkleidung, darunter der Identität vom Dichterfürsten Tang Bohu [ Ben Cheung ] in die Residenz von Master Hua [ Charlie Cho ] und seinen beiden Söhnen ein, um dort dessen anwesende Dienerschaft, den betörenden Autumn [ Connie Man ], Winter [ Iris Chung ], Spring [ Bella Law ] und Summer [ Hazel Tong ] näher zu kommen. Dabei gibt es nur drei Probleme. Captain Cools aus der Zukunft mitgebrachter Vibrator funktioniert bald nicht mehr, das Grundstück wird von der wilden Shelia [ Dada Chan ] bewacht und der gefürchtete Lord Ning [ Tony Ho ] kündigt mitsamt Ruthless Scholar [ Chu Cho-kuen ] und Dui Tong-gai [ Jim Chim ] und seinen Besuch an.
Am Interessantesten neben dem Ausflug in die Vergangenheit selber, die nunmal anders als die trockene Gegenwart mehr Glanz und Unterhaltung und den Abschied von Alltag bereithält, sind noch die Phasen von Referenz und Parodie; AUtor und Produzent Wong verweist dabei in der ersten Viertelstunde direkt auf die zeitliche Konkurrenz von Triumph in the Skies (Serien + Kinoableger von 2015), was zu dem hochästhetischen, aber sinnentleert und sterilen Romantikdrama dort auch die geeignete Alternative der Verhohnepipelung ist. Hier wie da werden die Piloten als ständige Aufreißer und Attraktivitätspole für das weibliche Geschlecht in Szene ist, in einer Hochglanzgesellschaft, die nur aus Uniform und dem Prestige davon und dem fliegenden Gefährt, dem Reiz von Status und Schönheit und Männlichkeit in einer abgehobenen Realität besteht.
Lustigerweise ist dieser Akt vom Hier und Jetzt, der nur in einer anfänglichen Viertelstunde und so quasi als Prolog begrenzt ist, in der Abfolge seiner Szenen und der Umsetzung allerdings auch fast identisch von The Gigolo (2015), wo gleichsam mit Voice over die Rückblende vom umkämpften Frauenschwarm jetzt zur ersten Schulliebe und den Gehversuchen mit der einzigen wahren Freundin in Sachen Geschlechtsverkehr, mit der unliebsamen Störung der Mutter während des ersten Aktes erzählt wird. Leider und durch die Übereinstimmung dieser ersten Minuten zeigen sich die Schwächen der Inszenierung hier bereits deutlich auf, wird es nicht geschafft, durch die Einführung den Grundstein für das Folgende und einen einheitlichen Rhythmus und Interesse für die Figuren zu legen, sondern nur die Methode von plumpen und sich stetig wiederholenden Witzen mit allerlei Geschmäckle vorzugeben.
Eine Form der Erzählführung, die aus der Feder von Wong sicherlich nicht neu, hier nur aber ständig einzig und allein darauf begrenzt und durch nichts anderes abgelenkt und aufgeheitert ist. Low-brow & dumb fun war schon immer das Maß der Dinge, bloß nicht in dieser penetranten Diskrepanz, die sich nur um das Ausziehen und Vernaschen der Mädels, den Voyeurismus, die Baggerei, das Hinterherlaufen und Drängen und die Maßgabe von fragwürdigen Vergewaltigungswitzen, übrigens einer Vielzahl davon ergeht. So richtig Spass und Freude kommt jedenfalls nicht auf, auch nicht nach dem Wechsel in der Ming-Dynastie, wo man sich dann unter der Käseglocke von Kostüm und Dekoration und am fast einzigen Schauplatz des Herrenhauses, mit wehenden Gewändern überall und einer insgesamt aufgestauten Lust befindet.
Also: Vielleicht zwei Kulissen und vielleicht zwei Ideen, die dann aber wenigstens ausgiebig. Nur zu verkrampft ist die Schreibweise, zu lautmalerisch das Auftreten der Herren der Gesellschaft, wobei auch der weitere Verweis auf frühere Stephen Chow - Vehikel, speziell dem Flirting Scholar (1993) alles Andere als hilfreich, sondern vielmehr der schlagende Beweis für die Ideenarmut hier ist. Damals herrschten Sympathien und eine Leichtigkeit, teils gar die Übereinstimmung zwischen der klassischen Literatur in einer aktuellen Variation, die Querverbindungen zwischen Anspruch und Amüsement, die sich nicht zwangsläufig ausschließt vor. Flirting in the Air hat selbst Mühe am Kurzweil, ist quasi zu steif vor all der nicht ausgelebten Lustbarkeit, zu wenig graziös und stumpf in seiner permanenten Anmache, die trotz aller politischen Unkorrektheit nicht nach vorne kommt, sondern nach hinten, in die Betäubung der Nerven oder gleich die Verweigerung losgeht. Da helfen das ordentliche, allerdings knapp gehaltene Set Design und die soweit adretten Frauen in der Besetzung plus einige willkommene Nebendarsteller wie Charlie Cho im seltenen Auftritt und auch etwas Blickfang des weiblichen Körpers in Form von nackten Rücken und Po nicht.