Wer mit einer Gangsterkomödie im Fahrwasser von Guy Richie und Quentin Tarantino zu schwimmen versucht, kann natürlich recht schnell untergehen. Immerhin kann sich Regisseur Hadi Hajaig auf seine Darsteller verlassen, die ihn letztlich ins Trockene retten.
Die New Yorker Kleinkriminellen Eddie (Sam Rockwell) und Paul (Ben Schwartz) werden von Anwältin Katherine (Phoebe Fox) nach London geködert, um mithilfe von zwei weiteren Gangstern Ware bei einer Übergabe abzugreifen. Doch es geht einiges schief und die britische Unterwelt zeigt sich auch nicht sonderlich erfreut…
Die Vorbilder kristallisieren sich binnen weniger Einstellungen heraus, doch ein Alleinstellungsmerkmal liefert das Drehbuch innerhalb zahlreicher Heist-Filme mit komödiantischen Einschlag beileibe nicht. Es gibt die üblichen Wendungen und Wirrungen, wobei die Anwältin stets im Fokus wechselnder Überlegenheiten steht, während Gangsterboss Deacon (Peter Ferdinando) mit seinen leicht psychopathischen Ausbrüchen im Kontrast zu einigen Auflockerungen steht.
Leider verzettelt sich Hajaig mit einigen Nebenhandlungsschauplätzen, denn eine sexbesessene Bardame ist später genauso wenig relevant wie ein Diamant, der zunächst als Aufhänger, später als Anhänger dient. Dem Skript fehlt schlicht die Cleverness, um gegen Ende mit einer bissigen oder gar unerwarteten Pointe zu brillieren, wobei der Showdown dennoch Freude bereitet und die Sache ebenso gut gelaunt abgeschlossen wird, wie sie einstieg.
Das ist primär den motiviert aufspielenden Mimen zu verdanken, bei denen Oscarpreisträger Rockwell beinahe ein wenig untergeht und allenfalls innerhalb der rar gesäten Fights positiv auffällt. Im Gegensatz dazu reißt Phoebe Fox die Show locker an sich. Als undurchschaubare Anwältin mit deutlichem Hang zu unorthodoxen Tischmanieren reichen Nuancen, um eine bestimmte Marschrichtung vorzugeben. Stark ist auch Fernandino mit einer unsäglichen Vokuhila, auch wenn sein Minenspiel zuweilen am Rande der Grimassenakrobatik anzutreffen ist. Ben Schwartz zeigt ebenfalls viel Einsatz, - für die Figur des leicht schrillen Paul, der in prekären Situationen oftmals ein wenig nervt, kann er ja nichts.
Einerseits hat der Streifen einige amüsante und kreative Momente und bindet ein paar nette Songs von „M“ bis zu „The B52s“ ein, andererseits versucht er in einigen Szenen absurd zu erscheinen und erntet allenfalls Fragezeichen hinsichtlich mangelnden Kontexts, wobei es einige Dialoge unterhalb der Gürtellinie nicht gebraucht hätte. Wer sich ohne sonderlichen Anspruch berieseln lassen möchte, kann sich die 100 Minuten locker geben, an die oben genannten Vorbilder reicht er folgerichtig nicht heran.
6 von 10