Als Hannas abgelegenes jüdisches Dorf von benachbarten, von der Pest geplagten Christen überfallen wird, bechwört sie gegen den Willen des Rabbis einen Golem, der sie fortan beschützen soll.
Horror im Litauen des 17. Jahrhunderts mit dem Thema Golem ist mal eine schöne Abwechslung vom sonstigen Einerlei. Aber so frisch das Setting und die jüdische Folklore auch sind, überaus gelungen ist der Film sicher nicht.
Nichts gegen ordentliche Figurenzeichnung, aber The Golem lässt sich einfach zu viel Zeit dafür, es dauert viel zu lange, bis die Gebrüder Paz mal etwas Tempo in die prinzipiell ordentlich Geschichte bringen.
Zuvor erleben wir viel zähes Drama um Trauer und Verlust eines Kindes, was zwar in Teilen für die Geschichte unabdingbar ist, aber eben nicht in dieser Ausführlichkeit.
So dauert es über eine Stunde, bis der eigentliche Horror-Part das Drama ablöst und der Film dann auch schnell an Spannung und Atmosphäre gewinnt, leider aber zu spät um alles zu retten. Die finale Brandnacht ist dann fast schon famos inszeniert und zeigt, dass da sehr viel mehr möglich gewesen wäre, wenn man neben der Storyentwicklung auch etwas Augenmerk auf das Tempo gelegt hätte.
Darstellerisch bewegen wir uns auf einem absolut soliden Level. Und auch die Kamera arbeitet sauber, Licht und Schatten werden gut genutzt.
Die wenigen kleinen Gewaltspitzen ind leider mit mittelmäßigem CGI realisiert worden, aber das dürfte vermutlich an einem geringen Budget liegen.
Aufgrund des Settings und Hintergrunds gut schaubar, braucht aber zu lange, um in Gang zu kommen.